Alterseinkommen? Unbekannt!

Versicherungen Top News von Christian Hilmes

Wie viel Geld habe ich im Ruhestand zur Verfügung? 62 Prozent der Bundesbürger geben zu, auf diese Frage keine Antwort zu wissen. Denn ihnen fehlt der Überblick über die drei Säulen ihrer Altersvorsorge. Um das zu ändern, fordern die Versicherer klarere Infos.

Ihr voraussichtliches monatliches Einkommen im Alter ungefähr beziffern, das können gerade einmal 29 Prozent der Deutschen, zeigt eine repräsentative Allensbach-Umfrage für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Das habe gravierende Folgen für die Versorgungslücken im Alter, die damit nicht abgeschätzt werden können, warnt die Interessenvertretung der Assekuranz weiter.

Denn weil die meisten Menschen gar nicht wissen, wie viel Geld sie in der Summe privat ansparen müssten, um im Alter über das von ihnen gewünschte Gesamteinkommen verfügen zu können, ist auch die Höhe der dafür erforderlichen monatlichen Sparrate unmöglich zu bestimmen. Darüber hinaus zeigt sich eine große Unlust zur Altersvorsorge: Die Bürger sparen in der Tendenz real sogar noch weniger, als sie nach eigener Einschätzung eigentlich müssten.

Umfassende Informationen notwendig
„Um den Bürgern mehr als nur ein Gefühl für ihre Einkommenssituation im Alter zu geben, brauchen sie verständliche und umfassende Informationen“, erklärt GDV-Präsident Alexander Erdland. „Sinnvoll wäre der Aufbau einer Online-Plattform, auf der jeder via PC, Tablet oder Smartphone den aktuellen Stand seines Altersvorsorgekontos ablesen kann – aufgeschlüsselt nach gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge.“

Um eine solche „säulenübergreifende Informationsplattform“ nach skandinavischem Vorbild auch in Deutschland einführen zu können, „müssen jedoch noch einige Hürden genommen werden“. Die Versicherer listen als Probleme auf, dass die Informationen aus allen Säulen noch nicht vergleichbar sind, Personen- und Vorsorgedaten eindeutig zu verknüpfen seien müssen und viele unterschiedliche Institutionen aktuelle Informationen bereitstellen müssten.



Foto: © Stephen Finn; Grafik, Video: GDV