Aus Göker wird Ritter

Versicherungen Top News von Robert Krüger Kassissa

Der neue Dokumentarfilm über Mehmet Göker offenbart immer mehr Details über sein Leben in der Türkei. Ebenso kommt nun ans Tageslicht unter welchem Pseudonym Göker PKV-Optimierung macht.

Foto: Film Versicherungsvertreter 2
 

Das, was in der Branche bisher immer nur gemunkelt wurde, wird nun durch Medienberichte bestätigt. So schreibt das Handelsblatt in seiner Berichterstattung über den neuen Göker-Film: „Inzwischen hilft Göker deutschen Privatpatienten dabei, Beiträge zu sparen. Im Fachjargon PKV-Optimierung genannt, kassiert Göker umso höhere Honorare, je mehr der Kunde an Beitrag spart. Seine Mitarbeiter rufen dazu über vorher beschaffte Listen Privatversicherte an – mit falschem Namen und deutscher Nummer im Display. Göker selbst zum Beispiel nennt sich ,Christian Ritter'“.

Kritik an PKV-Versicherern
Regisseur Klaus Stern nutzt derweil ein Interview in der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung, um sein Unverständnis über die PKV-Versicherer zu äußern: „Das kann man vergleichen mit Firmen, die Landminen verkaufen und später Systeme verticken, um Landminen aufzuspüren. Viele von denen, die private Krankenversicherungen vermittelt haben, haben heute Agenturen dafür, den Kunden neue Tarife anzudrehen. Die rufen an und sagen: ,Sie zahlen 512 Euro Krankenversicherungsbeitrag, das ist viel zu teuer? – hatten denselben Kunden das aber früher so verkauft.“ Die Versicherer weigerten sich auch weiterhin vor der Kamera etwas über Göker zu sagen. Ganz im Gegenteil zu Göker, der Regisseur Stern für den neuen Film direkt in die Türkei eingeladen hat und nach Sterns Aussage den ersten Göker-Film liebt, weil er dadurch enorm an Bekanntheit gewonnen hat.

Göker plagen Schuldensorgen
Der Fall zeigt auch die für Göker eher ungute Entwicklung. Denn in einer Szene spricht er mit seinem engsten Mitarbeiter Farid Aminzadeh mit eingeschaltetem Mikrofon über Schuldensorgen. „Entweder wir rauben eine Bank aus“, sagt er in dem Vier-Augen-Gespräch, „oder wir können hier morgen dichtmachen“. Am Anfang der Dreharbeiten vor knapp zwei Jahren fährt Göker noch im Porsche und Lamborghini durch die Gegend und gibt sich gelassen. Über mangelndes Personal kann sich Göker dennoch nicht beklagen. Über 3.500 Leute bewerben sich jährlich bei ihm und das, obwohl die Arbeit chaotisch zugeht und Göker bei den Umsätzen ständig übertreibt.

Aufmacherfoto (oben): Film Versicherungsvertreter 2