Wollmilchsäue fürs Depot

Investmentfonds von Julia Groth


Ausschüttung um jeden Preis
Berater sollten darauf achten, was der Manager eines Income-Fonds tut, wenn er nicht genügend Plus für eine Ausschüttung erwirtschaftet hat. Schüttet er dann trotzdem Geld an die Investoren aus, muss er es nämlich aus der Fondssubstanz nehmen, also den Kapitalstock angreifen. Für Anleger ist es von Vorteil, wenn Income-Fonds in schlechten Jahren die Ausschüttung reduzieren oder ausfallen lassen – sofern die Manager nicht in guten Zeiten einen Puffer aufgebaut haben.

Der Fonds First Eagle Amundi Income Builder, rund fünf Monate alt, will offenbar auf Biegen und Brechen an seiner versprochenen Ausschüttung von 5 Prozent pro Jahr festhalten. Die französische Fondsgesellschaft Amundi weist im Fact-sheet darauf hin, dass die Ausschüttung den Nettoinventarwert der betreffenden Anteilsklasse verringern kann.

Geht es nach der US-Gesellschaft First Eagle, die die Verwaltung des Fonds übernommen hat, soll es allerdings gar nicht erst so weit kommen: „Wir suchen nach Aktien mit einem überdurchschnittlichen Gewinnpotenzial und einer ausreichend hohen Sicherheitsmarge“, sagt Fondsmanager Giorgio Caputo. „Auf der Anleiheseite meiden wir Unternehmen, die abhängig vom Zugang zu den Kapitalmärkten sind, sowie Gesellschaften mit hohen Cash-Abflüssen.“ Die Aktien- und die Rentenquote im Amundi-Fonds waren zuletzt ungefähr gleich hoch.

Aggressive Anlagestrategie
Wie bei traditionellen Mischfonds gibt es auch bei Multi-Asset-Income-Fonds riskante und weniger riskante Produkte. Der Allianz Income and Growth von Allianz Global Investors (AGI) gehört zu jenen Fonds, die nur für mutige Anleger geeignet sind. Er wurde bereits im Jahr 2011 aufgelegt, seit November 2014 ist allerdings eine neue US-Dollar-Tranche erhältlich.

Manager Doug Forsyth investiert hauptsächlich in Aktien, Hochzins- und Wandelanleihen. Mit dieser Mischung fuhr er zuletzt so gut, dass er im vergangenen und im laufenden Jahr jeweils 5,8 Prozent ausschütten konnte. In turbulenten Jahren könnte es für den AGI-Fonds aber steiler bergab gehen als für viele Konkurrenzprodukte.

Auch wenn das Label „Income“ Sicherheit suggeriert: Multi-Asset-Income-Fonds lassen sich nicht mit Rentenfonds vergleichen. Die Ausschüttung ist zudem nicht für alle Anleger ein Plus, sondern nur für solche, die tatsächlich planbare Erträge benötigen – etwa um laufende Kosten zu decken.

Wer langfristig Vermögen aufbauen will, ist mit Fonds, die Zinsen und Dividenden reinvestieren, besser bedient, denn dann kommt langfristig der Zinseszinseffekt zum Tragen. Viele Income-Fonds bieten auch eine thesaurierende Tranche.

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