TÜV-Siegel für Kommunikation der Versicherer?

Versicherungen von Christian Hilmes

Die Ergo Versicherungsgruppe hat vom TÜV Saarland jetzt zwar eine positive Bewertung für ihre Initiative für verständliche Kundendokumente erhalten. Einem profiliertem Experten auf diesem Gebiet gehen die Anstrengungen der Assekuranz aber nicht weit genug.

Dr. Günther Zimmermann (Foto unten), der heute Unternehmen bei ihrer Kundenkommunikation berät, lehrte zwischen 1973 und 2000 als Universitätsprofessor in Gießen und Braunschweig. Seit 1981 forscht er über die Verständlichkeit von Texten und veröffentlichte mehrere Bücher zu diesem Thema. 2009 erschien die viel beachtete „Babylon-Studie“, in der es speziell um Versicherungstexte ging. Zuletzt hat er in einem Projekt für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zahlreiche Musterbedingungen überarbeitet, um sie für Verbraucher verständlicher zu machen.

Auch die Kampagne „Versichern heißt verstehen“ der zu Munich Re gehörenden Ergo böte noch Verbesserungsbedarf. Immerhin werden von den Düsseldorfern seit fünf Jahren Kundenanschreiben, Werbetexte und Vertragsbedingungen regelmäßig auf Verständlichkeit geprüft – unter anderem in einer „Kundenwerkstatt“ mit Testlesern. Das Ergebnis der Anstrengungen: Der TÜV Saarland benotet die Verständlichkeitsinitiative aktuell mit der Note Gut (1,90), wie das Unternehmen jetzt mitgeteilt hat. Was andere Versicherer daraus lernen können, erklärt Experte Zimmermann im procontra-Interview.

Foto: © Karin & Uwe Annas – Fotolia; lingua@MEDIA

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