Finanzmarktwächter? Beratungsqualität verbessern!

Berater von Christian Hilmes

Missstände bei Finanzprodukten sollen hierzulande künftig durch den so genannten Finanzmarktwächter schneller aufgedeckt werden. „Der Ansatz ist gut, geht aber nicht weit genug“, sagt Dr. Rolf Tilmes vom Berufsverband FPSB Deutschland.

Der Vorstandsvorsitzende des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) begrüßt zwar das Gesetzesziel, Privatanleger vor dubiosen Finanzprodukten zu schützen. Das dafür jetzt eingeführte und mit insgesamt 5,6 Millionen Euro pro Jahr geförderte Frühwarnsystem, das maßgeblich von den Verbraucherzentralen mit Daten über Beschwerden versorgt werden soll, sieht er aber kritisch: „Der Finanzmarktwächter ändert nichts an der Tatsache, dass es zu wenig wirklich gut ausgebildete Berater gibt.“

Dass dieses Problem real sei, bestätige ein aktuelles Testergebnis des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Bei einer Stichprobe von mehr als 600 Beratungsgesprächen stellte sich heraus: Die Hälfte der empfohlenen Finanzprodukte zur Geldanlage waren zu teuer, unrentabel, unflexibel oder riskant. Demnach besitzen acht von zehn Haushalten mindestens ein nicht bedarfsgerechtes Anlageprodukt. Darauf reagiere die Politik laut Tilmes aber falsch: Würden alle Finanzberater nur im Kundeninteresse handeln, sei der Finanzmarktwächter überflüssig.



Foto: FPSB Deutschland