Bundesverdienstkreuz für Engagement in Afrika

Panorama von Robert Krüger Kassissa

Peter und Oliver Drewes´ Engagement für Waisenkinder in Afrika ist einzigartig. Deshalb gab es nun eine besondere Auszeichnung: das Bundesverdienstkreuz.

Feierlicher Anlass am vergangenen Montagabend im Landhaus Wachtelhof im norddeutschen Rotenburg (Wümme). Denn dort erhielten maxpool-Chef Oliver Drewes und sein Vater Peter, ebenfalls Versicherungsmakler, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihre Verdienste insbesondere mit dem Verein „Furaha Phönix Kinderhaus e.V.“. Auch der Alsterspree Verlag, in dem die procontra erscheint, unterstützt dieses Waisenhaus in Kenia. Überreicht wurde die Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten von Landrat Hermann Luttmann. Der Freund der Familie, Klaus Dirschauer, hat die Drewes für den Orden vorgeschlagen. Der Theologe und Publizist hielt auch die Laudatio vor den knapp 100 geladenen Gästen.

Soziales Engagement hat bei den Drewes Tradition. So kaufte Vater Peter Drewes 1989 eine alte Stadtvilla in Verden. Dort sollte damals eigentlich sein neues Bürohaus hin. Doch er baute es komplett um und stellte es für DDR-Flüchtlinge zur Verfügung. 130 DDR-Flüchtlinge wurden so in Westdeutschland integriert. Sohn Oliver hat damals als Jugendlicher schon mitgeholfen.

Aha-Erlebnis in Afrika
Der Auslöser für Oliver Drewes´ Afrika-Engagement kam ein Jahr später. Peter Drewes nahm seinen Sohn mit nach Kenia. Ein gemieteter Geländewagen wurde bis unter das Dach mit Lebensmitteln vollgestopft. Vater und Sohn fuhren damit in ein Flüchtlingscamp in der Nähe von Mombasa. Dort sieht Oliver Drewes wie sich die Menschen um die Lebensmittel streiten und gegenseitig aus den Händen reißen. „Wenn ich groß bin, will ich auch helfen. Aber richtig“, zitiert die Kreiszeitung aus Syke den maxpool-Chef.

Mitte der 90er Jahre unterstützte das Vater-Sohn-Gespann ein Waisenhaus in Kenia finanziell. Seit 2005 gibt es den Verein „Furaha Phönix Kinderhaus e.V.“. 2009 startete der Bau für ein eigenes Waisenhaus knapp 28 Kilometer nördlich von Mombasa. Ende Mai 2010 zogen die ersten 40 Jungen dort ein.

Auch während der Dürrekatastrophe 2011/2012 war Drewes vor Ort. Insgesamt drei Konvois verteilt über acht Monate gingen in entlegene Dörfer und zwar genau dorthin, wo die anderen Hilfsprogramme nicht hinkamen. Bei zwei der drei Konvois war auch procontra-Herausgeber Philipp B. Siebert mit in Afrika. Voll beladene Lastwagen und Geländewagen mit Lebensmitteln und Medikamenten samt einem Arzt und einer Krankenschwester halfen den betroffenen Menschen. Dort wurden die Grundnahrungsmittel, Bohnen, Maismehl und Speiseöl an die Frauen des Ortes verteilt und die Menschen medizinisch versorgt. Die Lebensmittel gingen bewusst nicht an die Männer, denn diese hätten sie verkauft und nicht den Bedürftigen zukommen lassen wie Drewes senior in der Kreiszeitung berichtet.

Der Orden wird 2.000 Mal jährlich verliehen. Seit 1951 gab es insgesamt 250.000 Preisträger. Die Ordenvergabe für Vater und Sohn ist ungewöhnlich und nicht alltäglich. Der 38-jährige maxpool-Chef Oliver Drewes zählt zumindest in der Region Norddeutschland zu den jüngsten Preisträgern. 

Foto: Peter (links) und Oliver Drewes

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare