AIFs: Emissionsvolumen (immer noch) sehr gering

Sachwerte von Robert Krüger Kassissa

Im ersten Quartal 2015 wurden nur sieben geschlossene Publikums-AIFs aufgelegt wie Scope mitteilt. Im Quartal 2014 waren es noch 13 Fonds. Die Gründe dafür liegen aber nicht nur im erschwerten Vertrieb.

Das Jahr 2014 war hinsichtlich der Auflage und Platzierung von geschlossenen Publikums-AIFs bereits sehr schwach im Vergleich zu früheren Jahren. Auch 2015 läuft nicht besser an. Die sieben emittierten Fonds haben ein Eigenkapitalvolumen von 218 Millionen. Im letzten Vierteljahr des vergangenen Jahres lag das Volumen noch bei 553 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang um 60,6 Prozent.

Der mit Abstand größte Fonds ist der Real I.S. Grundvermögen. Er allein hat ein angestrebtes EK-Volumen von mindestens 125 Millionen Euro und macht damit mehr als die Hälfte des gesamten Emissionsvolumen aus. Maximal will der Fonds sogar bis zu 400 Millionen Euro einsammeln. „Zahlreiche der großen Emissionshäuser haben ihre ersten Fonds im neuen regulatorischen Gewand des KAGB bereits Ende 2014 emittiert und konzentrieren sich nun zunächst auf den Vertrieb“, teilt Scope in einer aktuellen Analysemitteilung mit. Der Vertrieb an Privatanleger gestalte sich jedoch zum Teil schwierig. Vor allem für Anbieter ohne Bankenhintergrund und entsprechenden Vertriebskanal. „Darüber hinaus gibt es für das vergleichsweise geringe Emissionsvolumen auch Gründe auf der Angebotsseite: Attraktive Sachwerteinvestments sind weiterhin rar beziehungsweise nur zu hohen Preisen erhältlich. Dies erschwert die Konzeption von Fonds mit attraktiven Zielrenditen“, so Scope.

Dominanz der Immobilienfonds immer stärker
Sechs der sieben im ersten Quartal aufgelegten Fonds sind Immobilienfonds. Sechs von 13 waren es in Q4 2014. Seit Inkrafttreten des KAGB entfallen fast 60 Prozent der neuen Fonds auf das Immobiliensegment. Hinsichtlich der anfänglichen Weichkosten scheint die Branche auch gelernt zu haben. So betrugen die durchschnittlichen Weichkosten (ohne Agio) in Q1 2015 nur noch 9,7 Prozent des Eigenkapitals. Im vergangenen Quartal waren es noch durchschnittlich 12,3 Prozent. In den von Scope untersuchten Fonds in den Jahren vor der Umsetzung der AIF-Richtlinie betrugen die anfänglichen Initialkosten im Schnitt 15,4 Prozent des Eigenkapitals.

Scope geht davon aus, dass sich das Emissionsvolumen in Q2 wieder belebt. Eine Einschätzung, die auch eine aktuelle procontra-Initiatorenumfrage, bestätigt. Welche Häuser mit neuen Publikums-AIFs in den Vertrieb gehen, ist der kommenden procontra (Erscheinungstermin 24. April) zu entnehmen.

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