AIF-Markt: Aufwärts aus der Talsohle

Sachwerte von Robert Krüger Kassissa

In den Bereich der Publikums-AIFs kommt Belebung. Welche Initiatoren neue Fondsprodukte planen und wie die Branche den Markt in diesem Jahr einschätzt.

Immobilien Inland
Spürbare Belebung bei Immobilienfonds an deutschen Standorten
 

procontra hat in einer Art Stimmungsbarometer über 70 Initiatoren nach ihrem Resümee und Ausblick für 2015 befragt. Knapp die Hälfte hat an der kleinen Markt­umfrage teilgenommen. Der Blick in den Rückspiegel und die Gründe für die schlechten Absatzzahlen im Bereich der Publikums-AIFs haben für viele Initiatoren einen Namen: KAGB. „Auch nach Inkrafttreten blie­ben viele regulatorische Auslegungen unklar und die Genehmigungsprozesse mit der BaFin dauerten viel zu lange“, sagt Heiko Szczodrowski, Geschäftsführer der Commerz Real.

Ins gleiche Horn bläst James­town-Geschäftsführer Dr. Jürgen Gerber: „Für die gesamte Branche war 2014 ein holpriges Jahr. Die zeitlichen Verzögerungen, die sich sowohl bei der Zulassung der KVG als auch bei der Vertriebsfreigabe für neue Produkte ergeben haben, haben wir in diesem Umfang nicht erwartet.“

Und Dirk Hasselbring, Geschäftsführer von Hamburg Trust, resümiert: „2014 war insgesamt gekennzeichnet von den Auswirkungen der Regulierung. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Markt, das heißt Vertriebspartner und Anleger, kaum auf die sogenannte neue Welt vorbereitet ist. Die Vorteile von Fonds der neuen Generation sind kaum bekannt, und wir mussten und müssen Pionierarbeit leisten.“

Es könne nur besser werden, hofft beispielsweise Hannover-Leasing-Chef Michael Ruhl: „Mit dem Gesamtmarktergebnis im vergangenen Jahr hat die Branche eine Talsohle erreicht, aus der es nun aufwärts gehen muss.“

Nicht genügend attraktive Objekte
Die Knebel der Regulierung waren aber nur ein Hemmnis für die Initiatoren. Der Mangel an geeigneten Assets ein anderes. „Dass wir 2014 nicht an die vor der Regulierung gewohnten Platzierungszahlen anknüpfen konnten, lag weniger an den neuen Rahmenbedingungen, sondern an einem nur begrenzt möglichen Investitionsvolumen, weil nicht in genügendem Umfang attraktive Objekte eruiert werden konnten“, sagt Thomas F. Roth, Vorstand der Immac.

Regionalflugzeugspezialist HEH hat zwar einen Flugzeugfonds in kurzer Zeit platziert. Aber: „Die Nachfrage nach unseren Fonds war groß, die Beschaffung von guten Projekten hingegen sehr schwer“, konstatiert HEH-Chef Gunnar Dittmann.

Auch positive Rückblicke
Doch einige Emissionshäuser halten sogar einen positiven Jahresrückblick. „Unser Resümee für 2014 fällt sehr positiv aus. Als Emissionshaus haben wir zwar seit Juli 2014 keine Beteiligung für private Investoren mehr im Angebot gehabt. Dafür stimmte die Nachfrage“, sagt Max-Robert Hug, Geschäftsführer von Leonidas. Aufgrund der vorzeitigen Schließung des Frankreich-Windfonds Leonidas 14 konnten mehr als vier Millionen Euro an Zeichnungsscheinen nicht mehr angenommen werden.

„Das Jahr 2014 war für die One Group äußerst erfolgreich. Das Emissionsvolumen von 75 Millionen Euro unseres Projektentwicklungsfonds ProReal Deutschland Fonds 3 wurde bereits im Oktober 2014 erreicht“, konstatiert Thomas Ermel, Geschäftsführer der One Group.

Vertrieblich erfolgreich war zumindest im ersten Halbjahr auch noch Habona Invest. „Zur Jahresmitte haben wir unsere Fonds bei einem Platzierungsstand von circa 26 Millionen Euro vorübergehend geschlossen und im Anschluss an das KAGB angepasst“, so Johannes Palla, Geschäftsführer der Habona Invest. Insgesamt sei das Jahr 2014 ein äußerst erfolgreiches gewesen, da mit der Regulierung eine hervorragende Basis für die Zukunft gelegt worden sei.

„Das Jahr 2014 verlief für uns sehr positiv. Als Tochter einer gemeinnützigen Umweltschutzorganisation heben wir uns vom Markt ab, und das Interesse an Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen als ökologische Sachwerte ist nach wie vor groß“, sagt Andrea Wozniak, Bereichsleitung Portfoliomanagement bei Green City Energy, welche im vergangenen Jahr 26 Millionen Euro einsammeln konnte.

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