„Verzweifelt fühlt sich hier niemand“

Sachwerte Top News von Robert Krüger Kassissa

Nach Kritik am Umwandlungsangebot in Aktien nimmt Lloyd-Fonds-Vorstand Dr. Torsten Teichert im procontra-Interview ausführlich Stellung, erklärt was er von Vergleichen hält, warum Anlegerschutzanwälte öfter irren und wie das Feedback der Anleger ausfällt.

procontra: Ihr Angebot an die Kommanditisten von elf Schiffsfondsgesellschaften erntet in der Branche nicht nur Lob. Stellen Sie zunächst doch bitte die Vorzüge Ihres Angebots aus Ihrer Sicht vor.

Dr. Torsten Teichert: Mit der geplanten Schifffahrts-AG reagieren wir auf die anhaltende Schifffahrtskrise und schlagen einen innovativen Weg ein, um unseren Anlegern in dem  anhaltend schwierigen Marktumfeld eine zukunftsfähige und rentable  Perspektive für ihre Investments zu bieten. Das heißt:  Wir bewegen uns und sind mit dem Projekt First Mover am Markt.

Die Zeit drängt, denn die Lage an den Schifffahrtsmärkten ist nach wie vor dramatisch und viele Schiffe kämpfen täglich mit Liquiditätsproblemen. Darüber hinaus haben viele Assets einen erheblichen Wertverfall erlitten.  Bei den Banken gibt es wenig Bereitschaft, viele Schiffe weiter zu begleiten. Schon heute fordern viele Banken den Verkauf der Schiffe. Besonders gefährdet sind dabei erstaunlicher Weise die vermeintlich „besseren“ Schifffahrtsgesellschaften, weil dort die Banken ihr Kreditportfolio reduzieren können, ohne  Abschreibungen vornehmen zu müssen.

Für die Anleger ergeben sich bei Realisierung unseres Konzeptes vier Vorteile:  Erstens wird die Sicherheit für die Schiffe im Flottenverbund erhöht. Durch die Flottenfinanzierungen können die Schiffe nach dem Solidaritätsprinzip füreinander einstehen – eine Möglichkeit, die bei Einschiffsgesellschaften nicht gegeben ist. Zweiter Vorteil: Die Aktien der Anleger sind an der Börse täglich handelbar. Vor dem Hintergrund, dass es keinen funktionierenden Zweitmarkt für KG-Beteiligungen gibt, ist das ein fundamentaler Vorteil gegenüber geschlossenen Fonds. Drittens werden sich auch die Kosten reduzieren, da Management- und Treuhandvergütungen sowie ein Teil der Fondsverwaltungskosten nach Umsetzung der Transaktion wegfallen. Last but not least profitieren die jetzigen Kommanditisten und zukünftigen Aktionäre von dem neuen Geschäftsmodell der Lloyd Fonds AG.

procontra: Anlegerschutzanwälte wie Peter Hahn sprechen von einer „Verzweiflungstat“. Solche Projekte hätten in der Vergangenheit jedenfalls nicht funktioniert.

Dr. Teichert: Naja, Anlegerschutzanwälte irren ja öfter. „Verzweifelt“ jedenfalls fühlt sich niemand hier.  Wohl aber steht die gesamte Branche unter Druck, auf die Schifffahrtskrise zu reagieren und die Schiffe der Anleger bestmöglich durch die Krise zu managen. Und genau das tun wir mit der geplanten Transaktion.

Ich weiß nicht, auf welchen Referenzfall sich Herr Hahn bezieht. Denn es gibt in Deutschland kein vergleichbares seit 20 Jahren bestehendes und seit 10 Jahren börsengelistetes Unternehmen im Bereich Schifffahrt. Unser Konzept ist zukunftsweisend für unsere Branche. Dass das Prinzip der Asset-AGs erfolgreich sein kann, zeigen Unternehmen aus dem Immobilienbereich wie beispielsweise  die Patrizia Immobilien AG oder Deutsche Euroshop. Im Bereich Schifffahrt machen wir das jetzt zum ersten Mal. Im Ausland gibt es schon heute überaus erfolgreiche börsengelistete Schifffahrtsgesellschaften, z.B.  Seaspan.

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Foto: Dr. Torsten Teichert, © Lloyd Fonds AG

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