Versicherungsmakler arbeiten in der Cloud

Berater von Christian Hilmes

Als Vertriebssystem für Makler und gebundene Vermittler führen erste Versicherer ein kostenfreies Cloud-Betriebssystem für ihre Apps ein. Ebenfalls neu auf dem Markt kommt eine Software, die den gesamten Beratungskreislauf im LV-Vertrieb integrieren soll.

Unter dem Namen „b-OS“ bietet die Düsseldorfer b-tix GmbH ihr neues Cloud-Betriebssystem für Versicherungs-Apps an. Es basiert auf Linux und kann von interessierten Unternehmen ab sofort kostenlos bezogen werden, um bestehende Extranets zu ergänzen oder zu ersetzen. Für Interessierte sollen im April Online-Präsentationen stattfinden.

„Zwei namhafte Versicherer führen das System derzeit für ihre Makler und gebundenen Vermittler ein“, erklärt Markus Heussen, Gründer und Geschäftsführer des Software-Anbieters. Das neue Betriebssystem sei ein „Ökosystem“ für die Branche: „Alle Marktteilnehmer sollen Apps für b-OS entwickeln können. So wollen wir Zusammenarbeit und Innovation in der Versicherungswirtschaft fördern.“ 

Nicht auf der Festplatte installiert 
Die Oberfläche erinnert an das Apple-Betriebssystem, doch b-OS wird nicht auf den Computern und mobilen Endgeräten installiert, sondern läuft im Browser-Fenster. Dadurch sollen die Assekuranz-Apps einheitlich auf verschiedenen Geräten funktionieren. Und der Anwender kann leichter Vorgänge beispielsweise auf dem PC vorbereiten, um sie im Kundengespräch auf Notebook, Tablet oder sogar per Smartphone fortzusetzen.

Auf eine solche Cloud-Lösung setzt auch die VorsorgeHoch3 GmbH aus Zweibrücken in Rheinland-Pfalz, die von den beiden Geschäftsführern Patrick Marioneck und Michael Habermann ursprünglich als spezialisierter Versicherungsmakler gegründet wurde. Zusammen blicken sie auf mehr als 25 Jahre Berufserfahrung im Versicherungsvertrieb zurück. 

Suche nach passender Software 
„Uns hat immer die passende Software für die eigenen Beratungen gefehlt, bis wir auf die Idee kamen unsere eigene Lösung zu entwickeln“, erklärt Mitgründer Marioneck. „Dass wir diese einmal dem gesamten Vermittlermarkt zur Verfügung stellen, hätten wir damals nicht gedacht“, sagt er zur Entstehung des Beratungs- und Vergleichsprogramms für Versicherungsvermittler im Kundengespräch.

Die von der Hamburger Kanzlei Michaelis rechtlich beratene Beratungssoftware „VH3“ soll die drei Schritte Beraten, Vergleichen, Verkaufen verbinden. Die bisher verfügbare Version für private Krankenversicherungen landete jetzt bei der Vergabe des Innovationspreises der Initiative Mittelstand unter mehreren hundert Bewerbern in der Kategorie „Branchensoftware“ länder- und branchenübergreifend unter die Top 20. 



Antwort auf das LVRG geplant 
In Kürze plant VorsorgeHoch3 mit dem neuen VH3-Modul „LV“ Vermittler auch in den Bereichen Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung zu unterstützen: Die Software soll im Kundengespräch eingesetzt werden und einen roten Faden von der Kontaktaufnahme, über die Motivation, bis hin zum fertigen Geschäft bieten. Als Herausforderungen für den Vermittler bestehen dabei neben dessen Haftungsrisiko, seinem Umsatzwunsch und dem Ziel Kundenzufriedenheit auch die neuen Courtage-Regeln des LVRG

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