Verbraucherschützer rufen zum Widerspruch auf

Investmentfonds Top News von Christian Hilmes

Provisionen für gemanagte Investmentfonds stehen nach Überzeugung des Verbraucherzentrale Bundesverbands nur den Fondsanlegern zu. Daher sollten sie mit Musterbriefen der Stiftung Warentest Protest einlegen. Dafür haben die Anleger nicht mehr lange Zeit.

Noch bis zum 15. April haben Kunden vieler Sparkassen Zeit, Widerspruch gegen deren neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen für ihre Fonds-Depots einzulegen. „Wenn sie nichts tun, akzeptieren sie den Verzicht auf alle Provisionen auch in der Zukunft“, warnen die Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

In einer gemeinsamen Pressemitteilung geben die Verbraucherschützer eine Summe von schätzungsweise bis zu 3 Milliarden Euro an, die deutsche Banken jährlich für aktiv gemanagte Investmentfonds kassieren. „Fondsanleger zahlen unabhängig davon, ob sie eine Beratung oder auch nur Vermittlung in Anspruch genommen haben.“

Nach vzbv-Meinung stehen die Provisionen daher nicht den Banken, sondern den Anlegern zu, die daher Widerspruch einlegen sollten. Musterbriefe dafür stellt der vzbv auf seiner Internetseite bereit. Und Stiftung Warentest gibt Tipps, was bei einer drohenden Kündigung des Depots durch das Institut zu beachten ist. Trotz des Provisionsabgabeverbots bieten viele Online-Anbieter ihren Kunden an, einen Teil der Bestandsprovisionen zu erstatten.

„Honorarberatung mitunter recht kostspielig“
Als eine Alternative zum Kauf von Fonds, für die ein Ausgabeaufschlag an den Vermittler anfällt, nennt Stiftung Warentest wieder einmal die Beratung gegen Honorar. „Allerdings ist Honorarberatung mitunter recht kostspielig“, ergänzen die Verbraucherschützer aktuell ihren Hinweis, der sich in der Vergangenheit auf Kritik am Provisionsvertrieb beschränkte.

Ein weiteres Problem der Honorarberatung ist ihre geringe Verbreitung: Die Deutsche Bank zum Beispiel schrieb jetzt ihren Kunden, dass sie keine Honoraranlageberatung anbietet. „Mit diesen Schreiben, die von Kunden in der Regel kaum wahrgenommen werden, zeigen die Banken ihr wahres Gesicht“, sagt Karl Matthäus Schmidt, Vorstandssprecher der Berliner quirin bank, die ausschließlich auf Honorarberatung setzt.

Es werde zudem deutlich, dass eine Beratung, für die keine explizite Rechnung gestellt wird, den Anleger in Wirklichkeit teuer zu stehen komme. „Anleger werden nicht neutral beraten und müssen auch noch auf die Rückvergütung von Vermittlerprovisionen verzichten“, kritisiert quirin-Chef Schmidt das klassische Vertriebsmodell hierzulande.

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Foto: © Stiftung Warentest; Bankenverband

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