„Nachtrag der Condor gehört ins Altpapier“

Berater von Christian Hilmes

Mit scharfer Kritik reagiert Versicherungsmakler Michael Otto (Foto) auf die neue „Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit und Zustimmungserklärung zur Vertragsübernahme“ der Condor Lebensversicherung-AG: „Dieses Vertragswerk ist inakzeptabel“.

„Und daher haben wir unser Verbandsmitglied beauftragt, Ihnen dieses Machwerk als Altpapier wieder zukommen zu lassen“, schreibt der stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM) in einem offenen Brief an den Vorstand der Assekuranz, die seit 2008 zur R+V Gruppe gehört.

Die weitere Verschmelzung mit dem genossenschaftlichen Versicherer sowie die neuen Vorgaben des LVRG habe der Lebensversicherer, der nach Unternehmensangaben zuvor ausschließlich mit unabhängigen Vermittlern zusammenarbeitete, zum Anlass genommen, die vertraglichen Grundlagen mit Maklern ab diesem Monat neu zu gestalten.

Neue Courtage-Vereinbarung irritiert
Erst Ende Februar ging bei vielen Maklern die kurzfristige Kündigung der bestehenden Vereinbarungen zum Ablauf des Monats und eine neue 62-seitige „Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit und Zustimmungserklärung zur Vertragsübernahme“ zu, berichtet die IGVM, die das neue Vergütungssystem „mehr als befremdlich“ empfinde.

Für Irritationen sorgten sowohl die kurzfristige Kommunikation als auch der Inhalt des Regelwerks, das die Condor als „grundsätzlich überarbeitetes, übersichtlich strukturiertes und an die Markterfordernisse angepasstes Vergütungssystem“ bezeichnete. Viele IGVM-Mitglieder sahen das anders und wandten sich an den Branchenverband.

Makler geben „Altpapier“ zurück
„Nach kurzer interner Prüfung stand schnell fest, dass kein Versicherungsmaklerunternehmen diese Rahmenvereinbarung 'sehenden Auges' unterschreiben kann“, kommentiert Otto die Condor-Dokumente. Daher beschlossen die in dem Verband organisierten Makler, die nicht gegengezeichneten Rahmenvereinbarungen geschlossen als „Altpapier“ zurückzugeben.

Vorgestern übergab IGVM-Mitglied Ralf Kramer (Foto links) die Courtagevereinbarungen bei einer demonstrativen „Altpapierübergabe“ in der Berliner R+V-Filialdirektion an eine Mitarbeiterin der Condor. An den Vorstand der Gesellschaft unterbreitete Otto außerdem ein Gesprächsangebot, „um gemeinsam eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten zu finden.“

Foto: Michael Otto (IGVM); Ralf Kramer vor der Condor-Filialdirektion in Berlin (Bild: Detlef Pohl)