Immobilienkauf günstiger: Mieter zahlen drauf

Sachwerte von Christian Hilmes

In den eigenen vier Wänden zu wohnen kostet in den meisten Regionen Deutschlands derzeit deutlich weniger als die Immobilien zu mieten. Grund dafür sind die aktuell niedrigen Kreditzinsen. Einzig in vier Regionen gilt das nicht.

Vor allem in Deutschlands Großstädten sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Das weckt Erinnerungen an Länder wie Spanien oder die USA, in denen Preisblasen entstanden, die später zur Weltwirtschaftskrise führten. Entsprechende Befürchtungen sind laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für Deutschland allerdings unbegründet.

Die IW-Studie zeigt, dass jüngst vor allem Nachholeffekte die Preise für Wohnimmobilien in die Höhe getrieben haben. Denn bis 2008 war der deutsche Immobilienmarkt von stagnierenden, teilweise sogar fallenden Preisen geprägt. Als dann vor allem in den Metropolen die Nachfrage stark anzog, aber nicht ausreichend neuer Wohnraum geschaffen wurde, gab es bei den Immobilienpreisen viel Luft nach oben.

Kaufen macht fast überall noch Sinn
Doch trotz des Preisanstiegs in den vergangenen Jahren liegen die Kosten des Wohnens im Eigentum in den meisten Regionen dank der aktuell niedrigen Kreditzinsen deutlich unter den Mietkosten. Das zeigen die IW-Experten anhand des sogenannten Wohnnutzerkostenkonzepts, das überprüft, ob Kaufen oder Mieten auf lange Sicht billiger ist.

Im Jahr 2008 lohnte es sich demnach in 95 Prozent der deutschen Kreise und kreisfreien Städte, zur Miete zu wohnen. Sinnvoll zu mieten war es im vorigen Jahr dagegen nur noch in den drei rund um München gelegenen Landkreisen Miesbach, Aichach-Friedberg, Rosenheim sowie Kempten im Allgäu. (In dieser Reihenfolge zeigen die vier Kartenausschnitte aktuelle Kaufpreise für Häuser. Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern!).

Ausnahmefälle nur in Bayern
Selbst ein Ende der Niedrigzinspolitik der EZB würde daran kaum etwas ändern, zeigt die IW-Studie: Stiegen die Kreditzinsen um 1 Prozentpunkt, lägen die Selbstnutzerkosten nur in 35 Kreisen und kreisfreien Städten um mehr als 10 Prozent über den Mietkosten. Davon betroffen wären ausschließlich Regionen im boomenden Bayern.

„Das Volumen der Immobilienkredite, die in Deutschland vergeben werden, sollte Kritiker ebenfalls beruhigen“, sagt Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanz- und Immobilienmärkte im IW Köln: „In Ländern wie Spanien oder Irland hatte sich das Kreditvolumen im Vorfeld der Finanzkrise nahezu verdreifacht. Zum Vergleich: In Deutschland sind die vergebenen Immobilienkredite seit 2010 nur um rund 9 Prozent gestiegen.“

Regionale Wohnungspreise in Kartenform
ImmobilienScout24 veröffentlicht seit vier Jahren auch den Angebotsindex IMX, der monatlich die Entwicklung von Kauf- und Mietpreisen deutscher Wohnimmobilien widerspiegelt. Deren Preise schwanken deutlich geringer als auf dem Markt der Gewerbeimmobilien, der sensibler auf Schwankungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen reagiert.



Weitere Informationen zu regionalen Mieten und Kaufpreisen bietet auch unser procontra Immobilienkompass. Mit diesem interaktiven Tool finden Sie aktuelle Preise für Wohnungen und Häuser in Ihrem Viertel und Ihrer Straße. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert. Basis ist die Datenbank des Immbilienportals Immobilienscout24 mit mehr als 14 Millionen Angeboten im Jahr.

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Kartenausschnitte: Kaufpreise für Häuser, Qelle: procontra Immobilienkompass