Genossenschaftliche Versicherer vergraulen Makler

Versicherungen Top News von Christian Hilmes


IGVM sieht weiter Grund für Kritik
Ausgangspunkt des Streits war das Verhalten der R+V gegenüber dem IGVM-Mitglied Matthias Helberg: Der Versicherungsmakler aus Osnabrück widersprach einem Passus, welcher die Makler dazu verpflichtet, von den Kunden Maklervollmachten einzuholen und diese dem Versicherer auf Anforderung zur Verfügung zu stellen.

Nach Helbergs Meinung stellt der Nachtrag zur Courtagezusage einen „unrechtmäßigen und damit unzulässigen Eingriff in seinen eingerichteten Gewerbebetrieb“ dar. Welche Vereinbarungen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften getroffen würden, sei ganz alleine die Entscheidung von ihm und seinen Mandanten.

Maklerverband mit Antwort unzufrieden
Mit der Antwort auf seinen zweiten offenen Brief an Dr. Norbert Rollinger, der im Vorstand der R+V Versicherung für das gesamte Komposit-Versicherungsgeschäft zuständig ist, zeigt sich Michael Otto (Foto) trotz des Teilerfolgs insgesamt unzufrieden. Er hatte mit seinem öffentlich gemachten Protestschreiben nämlich auch „Klarstellungen bezüglich unbeantworteter Fragen“ gefordert.

Konkret geht es dem Vorstand des Maklerverbands um den wahren Hintergrund für den fristlosen Widerruf gegenüber Helberg, die laut R+V nicht in Zusammenhang mit dem Widerspruch zum Nachtrag zur Courtagezusage stehe. Stattdessen führt sie die vermeintliche Unwirtschaftlichkeit des Geschäftsverhältnisses an.

IGVM sieht „mangelnde Transparenz“
Doch der der stellvertretende IGVM-Vorsitzende Otto kritisiert: „Die seitens der R+V vorgebrachten Gründe für die Beendigung der Courtagevereinbarung konnten aufgrund mangelnder Transparenz und Nachprüfbarkeit bisher nicht überzeugen.“

Der Maklerverband hoffte „auf eine verbindliche und neues Vertrauen schaffende Antwort“, erklärt Ottos IGVM-Vorstandskollege Wilfried E. Simon. „Denn wer so verfährt, wie die R+V im Fall Helberg, muss sich von Versicherungsmaklern fragen lassen, ob eine künftige Zusammenarbeit noch auf vertrauenswürdigen Fundamenten steht.“

Otto: „Kein dritter offener Brief“
Doch diese Hoffnung wurde mit dem aktuellen Schreiben zum zweiten Mal enttäuscht. „Die öffentlichen Bekenntnisse der R+V sind zu unpräzise“ erklärt Michael Otto auf procontra-Anfrage. Der Versicherer habe seine Chance verpasst, sein Image bei Deutschlands Versicherungsmaklern zu retten.

„Ich sehe stattdessen einen klaren Trend bei der R+V, Versicherungsmaklermakler, die sich klar als Sachwalter ihrer Kunden positionieren rauszudrücken“, so Otto weiter. Darauf wolle sein Verband jetzt öffentlichkeitswirksam hinweisen, erklärt der seit 30 Jahren tätige Versicherungsmakler aus Isernhagen. Aber: „Es wird keinen dritten offenen Brief geben.“

Seite 1: R+V bringt Makler gegen sich auf 
Seite 2: IGVM sieht weiter Grund für Kritik
Seite 3: „Druckmittel der Versicherer“
Seite 4: Abschied vom Maklervertrieb?

Foto: Michael Otto, IGVM

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare