Courtage: Erfolgs- oder Auslaufmodell?

Berater von Christian Hilmes

Honorare als realistische Alternative zur Vermittlung von Finanzprodukten gegen Courtage? Die Debatte über diese Frage wird kontrovers geführt. Dabei können Vermittler beide Vergütungsmodelle kombinieren. Doch welches setzt sich durch?

„Die Qualität und der nachhaltige Erfolg hängen nicht von der Form der Beratung, sondern ausschließlich von der richtigen Wahl der passenden Lösungen ab“, erklärt Andreas Brunner (Foto unten rechts), Versicherungsmakler und Vorstand der Maklergenossenschaft VEMA. „Für diese Leistungen haften wir Versicherungsmakler direkt gegenüber unseren Kunden. Bei den Honorarberatern ist diese Haftung zumeist nur auf das Honorar begrenzt.“

Diese Begrenzung kommentiert Brunner aus Kundensicht negativ: „Das ist bei existenziellen Fragen viel zu wenig.“ Diesen vermeintlichen Nachteil für den Kunden beziehungsweise Vorteil für den Berater, der auch bei Wahl des Honorarmodells eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen muss, bestreiten dagegen Ingo Janik und Udo Traber (Foto unten links), Geschäftsführer der Deutschen Servicegesellschaft für Honorarberatung mbH (DSGH). Mit ihrem Service-Portal bieten die beiden Honorarberater Berufskollegen Dienstleistungen an, zum Beispiel zum Controlling und Marketing.

Keine Entweder-oder-Entscheidung
Die DSGH versteht sich nach eigenen Angaben auch als Dienstleister für klassische Vermittler, die sich parallel ein zweites Standbein als Honorarberater aufbauen wollen oder nur gelegentlich Nischenlösungen mit Nettotarifen suchen. Solche Mischmodelle sind bei der Vergütung von Finanzanlagenvermittler zulässig, stellte der AfW Bundesverband Finanzdienstleistungen Ende vorigen Jahres klar.



Wie viele 34f-Vermittler bereits die beiden Welten kombinieren, ist unklar. Ausschließlich für Honorarberatung hatten sich zum Jahreswechsel lediglich 65 Honorar-Finanzanlagenberater im entsprechenden DIHK-Register eintragen lassen. 53 beziehungsweise 21 von ihnen besitzen eine Erlaubnis zur Beratung zu offenen beziehungsweise auch geschlossenen Investmentvermögen, neun darüber hinaus auch zu Vermögensanlagen.

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Foto: © Anthony Leopold – Fotolia; VEMA; DSGH

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