Berliner Versicherung: BaFin stellt Insolvenzantrag

Berater Top News von Rechtsanwalt Jens Reichow

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Berliner Versicherung AG beantragt. „Für Vermittler ergibt sich nunmehr unbedingter Handlungsbedarf“, erklärt Rechtsanwalt Jens Reichow.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantragte gestern Nachmittag beim Amtsgericht Charlottenburg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der BVAG Berliner Versicherung AG. Der Vorstand hatte zuvor die Zahlungsunfähigkeit des Versicherers nach Paragraf 88 Absatz 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) angezeigt.

Für Vermittler der BVAG ergibt sich vor dem Hintergrund des Paragrafen 16 VVG nunmehr unbedingter Handlungsbedarf. Danach endet das Versicherungsverhältnis mit Ablauf eines Monats seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt es lediglich der Insolvenzmasse gegenüber wirksam.

Gerade Versicherungsmakler sind nunmehr gehalten, für Ihre Kunden neuen Versicherungsschutz zu besorgen. Dies dürfte Ihre Kardinalpflicht nach dem Versicherungsmaklervertrag sein. Hierbei ist Eile geboten.

Schlussendlich richtet sich der aktuell noch bestehende Versicherungsschutz nämlich nur gegen die Insolvenzmasse und dürfte daher kaum werthaltig sein, wobei natürlich die Begünstigung des Paragrafen 77a VAG zu berücksichtigen ist. Dasselbe gilt für etwaige Prämienrückzahlungsansprüche sollte es tatsächlich zur Beendigung der Versicherungsverträge kommen.

Die Kanzlei Michaelis steht allen Betroffenen, Vermittlern wie Versicherungsnehmern, gerne für Rückfragen zur Verfügung.

Foto: Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte