Baufi: Zinsbindung und Tilgung auf Rekordstand

Sachwerte von Christian Hilmes

Immobilienkäufer wollen die derzeit günstigen Zinsen möglichst lange festschreiben, um dem Risiko einer Zinswende vorzubeugen. In der Folge steigen Sollzinsbindung und Tilgungssatz während die Baufi-Standardrate dramatisch sinkt.

Das neue Jahr beginnt wie das alte endete: Der aktuelle „Trendindikator Baufinanzierung“ der Lübecker Dr. Klein & Co. AG verzeichnet wie in den vergangenen Monaten ein Ansteigen der durchschnittlichen Sollzinsbindung. Sie ist erzielt mit einer Laufzeit von 13 Jahren und fünf Monaten den höchsten Wert seit Beginn der DTB-Aufzeichnungen.

Einen neuen Rekordstand erreicht auch der durchschnittliche Tilgungssatz, der das gesamte Vorjahr hindurch konstant angestiegen ist. Aktuell liegt er bei 2,69 Prozent. Das sind 0,09 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Auf Jahressicht beträgt das Plus 0,30 Prozentpunkte.

Schuldner nutzen günstige Gelegenheit
Die beiden Indikatoren deuten darauf hin, dass Eigenheimerwerber hierzulande die aktuellen Niedrigzinsen nutzen. Zum einen wollen sie von den gegenwärtigen Konditionen möglichst lange profitieren. Zum anderen tragen sie ihr Baudarlehen mit höheren Tilgungssätzen schneller ab als bisher.

Kontinuierlich zurückgegangen ist seit mehr als einem Jahr auch die durchschnittliche Standardrate für eine Darlehenshöhe von 150.000 Euro mit 10-jähriger Sollzinsbindung, 2 Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihung. Nachdem sie im Vormonat erstmals unter die 500-Euro-Grenze sank, verringerte sie sich im Januar um weitere 22 Euro auf den neuen Tiefstand von 471 Euro. Zum Vorjahreswert reduzierte sich das Volumen der Standardrate sogar um 135 Euro.

Durchschnittliche Darlehenshöhe stagniert
Als einzige Variable im aktuellen DTB-Trendindikator stagnierte die durchschnittliche Darlehenshöhe. Sie behält ihren Vormonatswert von 172.000 Euro bei. Zum Vorjahr vergrößerte sich ihr Volumen um 16.000 Euro. Der leicht sinkende, durchschnittliche Beleihungsauslauf fällt dagegen um 0,43 Prozentpunkte zum Vormonatswert auf 78,08 Prozent.

Unter den Darlehensarten zeichnet sich zum Jahresbeginn ein leichter Anstieg des Annuitätendarlehens ab. Es steigt von 74,58 auf 75,51 Prozent und gewinnt 6,27 Prozentpunkte zum Vorjahreswert (69,24) dazu. KfW-Darlehen folgen weiterhin dem Abwärtstrend aus den Vormonaten. Ihr Anteil sinkt um 1,53 Prozentpunkte auf 9,15 Prozent.

Die Forward Finanzierung durchbricht die rückläufige Tendenz aus den vorherigen zwei Monaten und steigt erstmals wieder auf 11,46 Prozent (1,31) an. Der Anteil von Darlehen mit variablem Zinssatz sinkt von 1,41 Prozent auf 0,89 Prozent und entspricht nur noch einem Drittel des Vorjahreswerts (2,64 Prozent).

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