Allianz schielt auf RoPo-Kunden

Versicherungen von Christian Hilmes

Verbraucher, die nach einer Internetrecherche einen Vertrag lieber beim Vermittler vor Ort abschließen, sind eine wichtige neue Zielgruppe der Allianz Deutschland. Das erklärte heute Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender des Branchenprimus.

Nach dem Prinzip „research online, purchase offline“ (RoPo) handeln immer mehr Versicherungskunden. Von diesem Trend soll die Digitalisierungsstrategie „Allianz Now“ profitieren. Das so genannte digital empowerment unterstütze dabei den stationären Vertrieb über Vertreter und Makler, der laut Rieß nicht ersetzt werden solle, sondern der „wichtigste Kanal“ für den Allianz-Vertrieb bleibe. Verbessert werden soll in diesem Jahr dazu unter anderem die technische Anbindung der Makler.

Vorbild Kfz-Geschäft
Erfolgreich umgesetzt habe die Allianz diese Online-Strategie bereits bei Kfz-Policen mit 37.000 Verträgen innerhalb von drei Monaten. Bei „MeinAuto digital+“ ist die Verwaltung der als Komplettpakete angebotenen Lösungen zwar nur im Internet möglich, der Abschluss aber sowohl online als auch beim Vermittler. „In gleicher Logik“ sei jetzt ein ähnliches Vorgehen in den Bereichen Risiko-Lebensversicherungen und Schaden- und Unfallversicherungen geplant.

„Kontakt bedeutet Geschäft“
Wichtig sei dabei auch die Präsenz der Vermittler bei Facebook, um digitale Kundennähe herzustellen. Rieß: „Kontakt bedeutet Geschäft.“ Heute seien bereits 2.400 Allianz-Vertreter in den sozialen Medien aktiv. Mit den dort ebenfalls virtuell anzutreffenden Kunden wurden im vorigen Jahr rund 85.000 Dialoge geführt. Mehr als der online-affinen Vermittler habe 2014 auch konkrete Abschlüsse verzeichnet.

2014 ein neues Rekordjahr
Doch auch ohne die geplante Digitalisierungsstrategie für den so genannten hybriden Kunden gewann der Versicherer im vorigen Jahr mehr als 200.000 Versicherte hinzu. „2014 war ein Rekordjahr“, erklärt Vorstandschef Rieß. Mit 32,1 Milliarden Euro wurde der höchste Umsatz der Unternehmensgeschichte erzielt. Das operative Ergebnis stieg um 63,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, das Jahresergebnis um 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Foto: Allianz

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