Zinszusatzreserve zeigt Wirkung

Versicherungen von Stefan Terliesner

Vorsorge der Lebensversicherer wegen Dauerzinstief wächst 2014 um 8 Milliarden auf 20 Milliarden Euro. Spielraum für Überschussbeteiligung verringert sich immer weiter.

Die seit 2011 zu bildende Zinszusatzreserve ist per 31. Dezember 2014 auf mehr als 20 Milliarden Euro angewachsen. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Assekurata-Studie zur Überschussbeteiligung deutscher Lebensversicherer. Laut Pressemitteilung wurde dabei erstmalig die Wirkung der Reserve auf die garantierte Verzinsung der Versichertenbestände untersucht. „Sie ist beachtlich“, heißt es in dem Text. Die Berechnungsmethodik werde in den kommenden Jahren zwangsläufig weitere hohe Zuführungen nach sich ziehen. „Hier ist Vorsicht geboten, dass der Patient am Ende nicht an der Medizin verstirbt“, schreibt die Ratingagentur, die ihre Umsätze mit Versicherern erzielt.

Eigenkapital nur bei 13 Milliarden Euro
Die Zinszusatzreserve entspreche annähernd drei Prozent der bilanziellen Deckungsrückstellungen der Lebensversicherer. Das gesamte bilanzielle Eigenkapital der Lebensversicherer habe nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) per Ende 2013 bei branchenweit 13,1 Milliarden Euro gelegen. Dazu Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse bei Assekurata: „Damit haben die Lebensversicherer in den vergangenen vier Bilanzjahren bereits mehr als das Anderthalbfache ihres Eigenkapitalbestands als zusätzliche Zinsvorsorge nachreserviert. Davon entfallen auf 2014 gut 8 Milliarden Euro.“ (Anmerk. des Autors: Der Vergleich hinkt, da Stand 2013 mit Stand 2014 verglichen wird.)

Druck auf die Überschüsse
Und weiter sagt Heermann: „Dies entspricht einem neuen Höchstwert an jährlicher Zuführung und belegt, in welchem Umfang die Zinszusatzreserve die langfristige Erfüllbarkeit der Garantieversprechen untermauert und dadurch die bilanzielle Widerstandsfähigkeit der Anbieter effektiv stärkt.“ Jedoch belaste sie die zu verteilenden Rohüberschüsse und damit den finanziellen Spielraum für höhere Überschussbeteiligungen. (Für detaillierte Informationen zur jeweiligen Überschussbeteiligung der Anbieter siehe procontra Beratertool LV-Check)

Die Garantiezinsanforderung in den Beständen der Lebensversicherer habe Ende 2014 noch bei 3,05 Prozent gelegen. Seit 2011 sorgten Abläufe, Storni und Neuverträge mit geringerem Rechnungszins für einen natürlichen Rückgang der Anforderungen um etwa 18 Basispunkte, berichtet die Rating-Agentur.

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