Turbulenter Jahresauftakt hat Folgen

Investmentfonds von Stefan Terliesner



Griechenland mahnt zur Vorsicht
Insgesamt verzerrt ein künstlich niedriges Zinsniveau die Entscheidungen der Menschen. Dies kann die Grundlage für die nächste, vielleicht noch größer Krise sein. Was bei anhaltend niedrigen Zinsen alles schief laufen kann, lässt sich ja gerade in Griechenland beobachten. Durch den Euro-Beitritt im Jahr 2002 kamen die Griechen – dank der besseren Bonität anderer Euro-Staaten – in den Genuss niedriger Zinsen. Doch statt dieses Geschenk für sinnvolle Investitionen zu nutzen und das Land insgesamt wettbewerbsfähig zu machen, stieg lediglich die Staatsverschuldung. Die Folgen sind bekannt und werden die Euro-Zone noch lange beschäftigen.

 „Grexit“ samt Schuldenschnitt
Nach fünf Jahren Rettungspolitik steht erneut ein vorrübergehender Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone (unausgesprochen) im Raum. Kaum jemand will einen „Grexit“. Auch die Griechen nicht. Womöglich wäre der Euro-Austritt aber eine sinnvolle Option. Denn für Griechenland ist der Euro immer noch zu stark. Um das Land wettbewerbsfähig zu machen, müssen die Löhne stark sinken. So eine „interne Abwertung“ empfinden viele Griechen als zu hart. Die Alternative wäre die Abwertung einer eigenen Währung – verbunden mit einem Schuldenschnitt, denn die extrem hohen Schulden in Euro könnten in Drachmen erst recht nicht getilgt werden.

Politische Radikalisierung
Auch für die Menschen in den übrigen Euro-Staaten könnte ein „Grexit“ günstiger sein als „ein Fass ohne Boden“. Dann müssten Zinsniveau und Euro nicht mit allen möglichen Tricks am Rand der Legalität künstlich niedrig gehalten werden. Der Dauerkonflikt, welche Maßnahme noch erlaubt ist und welche nicht, birgt das Risiko der politischen Radikalisierung. Dagegen erscheinen die allseits beschworenen Risiken für die zinsbasierte Altersvorsorge sogar noch das kleiner Übel zu sein. Denn immerhin profitieren Aktien und Immobilien. Sogar Anleihekurse steigen, was aber nur für Anleger interessant ist, welche die Papiere nicht bis zur Endfälligkeit halten. Sollten sich allerdings Preisblasen bilden und irgendwann platzen, gäbe es ein böses Erwachen.

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