Turbulenter Jahresauftakt hat Folgen

Investmentfonds von Stefan Terliesner




Druck auf die Banken

Um das Preisniveaus zu erhöhen (und den Euro zu schwächen) setzt die EZB insbesondere drei Instrumente ein: Eine Absenkung des Leitzinses. Einen negativen Einlagenzins für Banken, die Geld bei der EZB parken. Und den Ankauf von Staatsanleihen. Der Leitzins der EZB beträgt nur noch 0,05 Prozent. Zu diesen Satz können sich Geschäftsbanken Geld leihen, um es ihrerseits als Kredit an Unternehmen und Privatpersonen zu vergeben. So der Plan. Indes müssen die Wirtschaftssubjekte bereit sein, einen Kredit aufzunehmen. Bisher ist das in der Euro-Zone nicht flächendeckend der Fall. Viele Banken haben freie Liquidität, die sie bei der EZB parken. Um diese Banken dennoch zu einer höheren Kreditvergabe zu drängen, verlangt die EZB seit Juni 2014 von Geschäftsbanken eine Art „Strafzins“ auf geparktes Geld. Einige Banken geben den Negativzins an Unternehmen und vermögende Kunden weiter.

Wenig Verkaufsbereitschaft
Der Ankauf von Anleihen durch die EZB wiederum erhöht die Gesamtnachfrage, treibt also die Kurse hoch und respektive die Zinsen in den Keller. Letzteres geschieht, weil die Emittenten den Käufern der Anleihen wegen der zusätzlichen Nachfrage weniger Zinsen anbieten müssen, um ihre Papiere los zu werden. Sofern Unternehmen die niedrigen Zinsen nutzen, um sinnvolle Investitionen zu tätigen, könnte die Konjunktur an Fahrt gewinnen. Allerdings: Der Ankauf von Staatsanleihen funktioniert nur, wenn die Banken bereit sind, die entsprechenden Papiere in ihrem Besitz zu verkaufen. Was deutsche Banken betrifft, ist die Verkaufsbereitschaft eher gering, ist in Bankkreisen zu vernehmen. Warum auch sollten sie der EZB zum Beispiel deutsche Staatsanleihen anbieten, wo sie diese hochliquiden Titel doch selbst in ihren internen Risikomodellen nicht mit Eigenkapital unterlegen müssen. Ohnehin schwimmen viele Kreditinstitute derzeit im Geld.

Preise werden verzerrt
Schwerer wiegt folgender Einwand: Die EZB will mit aller Macht das Zinsniveau drücken. Das freilich ist in vielen Euro-Ländern bereits historisch niedrig. Das billige Geld nimmt Regierungen den Druck, „ihren Laden auf Vordermann zu bringen“. Zudem verführt das Zinstief staatliche und private Unternehmen zu Investitionen,  die sich unter normalen Umständen nicht rechnen würden. Das rächt sich eines Tages. Auch viele Anlageentscheidungen werden fehlgeleitet. Aktuell fließt viel Geld in Aktien und Immobilien. Hier kann es zu Preisblasen kommen. Einige Unternehmen nehmen sogar zu extrem günstigen Konditionen Kredit auf, um mit dem geliehenen Geld eigene Aktien zurückzukaufen. Auch das ist ein Grund für haussierende Börsen.

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