Verfahren gegen Mehmet Göker scheitert

Berater von Christian Hilmes

Mehmet Göker muss vorerst nicht befürchten, dass ihm in seiner Geburtsstadt Kassel der Prozess gemacht wird. Ein Grund dafür: Die zuständige Wirtschaftsstrafkammer beim Landgericht Kassel hat derzeit keinen Vorsitzenden Richter.

 

Die Tageszeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet heute, dass es in Kassel „aller Voraussicht nach kein Gerichtsverfahren geben“ wird. Demnach liege aktuell zwar eine Anklage gegen den früheren Chef des Kasseler PKV-Vermittlers MEG vor, der im Zuge der Insolvenz Vermögen beiseite geschafft habe.

Doch der zuständige Richter sei zum Präsidenten des Kasseler Amtsgerichts befördert worden. „Wir hoffen, dass diese Vakanz in der Wirtschaftsstrafkammer in den nächsten Monaten behoben werden kann“, zitiert die HNA Gerichtssprecher Dr. Jan Blumentritt. Aktuell aber sei die Kammer überlastet. Blumentritt: „Wir stecken darum keine Arbeitskraft in den Fall Göker.“

Göker wohnt in der Türkei
Ein weiteres Problem für die deutsche Justiz besteht darin, dass der Unternehmer türkischer Abstammung in der Türkei lebt. „Es würde schwierig sein, hier in Abwesenheit gegen Herrn Göker zu verhandeln“, sagt Blumentritt. Da es kein Auslieferungsverfahren mit der Türkei gebe, habe sich Göker dem Zugriff der deutschen Justiz entzogen.

Der 35-Jährige, der die inzwischen insolvente MEG im April 2003 gegründet hatte, war in der Vergangenheit bereits rechtskräftig verurteilt worden: Er musste eine Geldstrafe von 720.000 Euro zahlen und bekam wegen Untreue eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten. In einem Deal vereinbarte er, nur 200.000 statt der ursprünglich geforderten rund 4 Millionen Euro an den MEG-Insolvenzverwalter zu zahlen.  

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