Richtungswechsel bei Fondspolicen erwartet

Versicherungen von Christian Hilmes

Das Neugeschäft mit fondsgebundenen Versicherungen in Deutschland steht vor dem „Turnaround“, prognostiziert das Münchener Analysehaus FinanzResearch. 2014 seien gleichbeibend niedrige oder sogar sinkende Absatzzahlen zu verzeichnen gewesen.

Die Risikoscheu vieler deutscher Privatanleger ist so ausgeprägt, dass sie sogar negative Realrenditen hinnehmen. Gegenüber Fondspolicen sind sie zurückhaltend eingestellt. Erfolg haben die Anbieter derzeit vor allem mit Produkten mit einem hohen Garantieniveau. Fondspolicen ohne oder mit geringen Garantien können derzeit nur wenige Lebensversicherer absetzen.

Bei vielen deutschen Lebensversicherern sinkt die Zahl der Fondspolicen im Bestand. Die durchschnittliche Stornoquote in der Fondspolicen-Sparte liegt bei rund 11 Prozent. Sie ist damit höher als im klassischen Geschäft: Auf 5,0 Prozent sank im Jahr 2013 die Stornoquote bei Lebensversicherungen im Marktdurchschnitt. Die Werte für die einzelnen Gesellschaften finden Sie im procontra LV-Check.



Doch: „Viele Finanzdienstleister in Deutschland warten darauf, dass sich der Altersvorsorge-Nachfragestau endlich auflöst und der Verkauf von Fondspolicen so richtig anspringt“, kommentiert FinanzResearch seine aktuell veröffentlichte Marktstudie „Fondspolicen-Report 2015“. „Dies könne in 2015 stattfinden, eventuell jedoch auch erst 2016.“

Grund für die Prognoseunsicherheit sei, dass der genaue Zeitpunkt maßgeblich von den geänderten Provisions-Regelungen für den LV-Vertrieb abhänge, deren Auswirkungen aber schwer abschätzbar seien. Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) bestimmt, dass Lebensversicherer nur noch 25 statt bisher 40 Promille der Beitragssumme bilanziell geltend machen können.

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