Franken-Aufwertung bedroht Immobilienfonds

Sachwerte von Christian Hilmes


Londoner Gurke unter Zwangsverwaltung
Welche Folgen das durch die Wechselkurseffekte ausgelöste Recht der finanzierenden Banken auf Nachbesicherung haben kann, demonstrierte der IVG EuroSelect 14. Der geschlossene Immobilienfonds sowie die britische Investmentbank Evans Randall hatten vor acht Jahren den von Star-Architekt Norman Foster gestalteten Büroturm The Gherkin (englisch für Essiggurke, Foto) in der Londoner City für insgesamt 600 Millionen Pfund je zur Hälfte erworben. Dafür nahm das Fondsmanagement ein Darlehen auf.

Doch 2009 wurde das vertraglich festgelegte Beleihungsverhältnis zum Wert der Immobilie (Loan-to-Value) überschritten. Fünf Jahre lang hielt das finanzierende Bankenkonsortium seine Darlehen aufrecht. Eine der Voraussetzungen dafür lautete, dass keine weiteren Auszahlungen an die etwa 9.000 Anleger stattfinden und erwirtschaftete Überschüsse auf einem Treuhandkonto gesammelt werden. Trotz Einhaltung der Absprachen stellte das Konsortium unter Führung der Bayern LB die inzwischen verkaufte Immobilie unter Zwangsverwaltung.

„Der Fonds wird zum Sanierungsfall“
Während die Fondsanbieter vor einem Jahrzehnt die CHF-Teilfinanzierung reinen EUR-Darlehen bevorzugten, da die Schweiz günstigere Zinsen bei geringen Devisenkursschwankungen bot, dürften sie nun eine Rekonvertierung der Darlehen in Euro anstreben. Anderenfalls könnte ein Zwangsverkauf der Immobilien erforderlich werden, erklärt Scope-Analyst Frank Netscher. „Der Fonds wird hierdurch zum Sanierungsfall.“ In jedem Fall erwartet Scope bei den Fonds mit CHF-Finanzierung aber eine deutliche Einbußen bei der Rendite.

Foto: © timages - Fotolia

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