Fluchtgefahr: Infinus-Manager bleiben in U-Haft

Sachwerte von Christian Hilmes

Ein ganzes Jahr lang sitzen die fünf Hauptbeschuldigten im Skandal um den insolventen Finanzdienstleister Infinus bereits in Untersuchungshaft. Jetzt haben die zuständigen Richter angeordnet, dass sie aufgrund von Fluchtgefahr inhaftiert bleiben.

Die Infinus-Party ist vorbei: Der schnelle Weg ins Millionengrab
Von reichen Männern und schönen Frauen, von teuren Autos und wertvollen Waffen und nicht zuletzt von geprellten Anlegern und verhafteten Managern handelt die Geschichte der Infinus. Wie alles begann und wie es in der Zukunft weitergeht, erklären wir in dieser Bilderstrecke. © nyul - Fotolia.com
 

Jörg B., Dr. Kewan K., Andreas K., Rudolf O. und Siegfried B. wurden nach ihrer Festnahme im November 2013 auf die Justizvollzugsanstalten Dresden, Leipzig und Görlitz aufgeteilt. Dort müssen die fünf Beschuldigten noch mindestens drei weitere Monate in U-Haft bleiben.

Das hat der Zweite Strafsenat des Oberlandesgerichts Dresden beschlossen (Aktenzeichen: 2 Ws 541/14 und 2 Ws 545/14). Die nächste reguläre Haftprüfung steht der jetzt veröffentlichten Gerichtsmitteilung zufolge erst wieder in drei Monaten an.

Weiter dringender Tatverdacht
Zwar bestehe ein sogenanntes „Beschleunigungsgebot in Haftsachen“. Dies sei aber „angesichts des überaus großen Ermittlungsumfangs, der Komplexität der Rechtssache sowie der Vielzahl der beteiligten Personen nicht verletzt“, heißt es vom Gericht.

Da weiterhin Fluchtgefahr bestehe, sei die U-Haft gerechtfertigt, argumentieren die Richter. Ihrer Ansicht nach besteht „der dringende Tatverdacht des mittäterschaftlich begangenen Betruges durch vorsätzliches Betreiben eines Schneeballsystems.“

Anleger verloren Milliarden
Bei den fünf nach einer groß angelegten Razzia festgenommenen Männer handelt sich um ehemalige Vorstände und Ex-Aufsichtsratsmitglieder verschiedener Infinus-Gesellschaften. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, zehntausende Privatanleger um insgesamt mehr als eine Milliarde Euro betrogen zu haben.

Gegen die ehemaligen Top-Manager sind derzeit knapp 130 einzelne Verfahren anhängig, erklärt erklärt Kai-Uwe Deusing, Vizepräsident des Landgerichts Leipzig. Vor diesem Gericht klagt aktuell ein Anleger aus Sachsen auf „Schadensersatz aus Prospekthaftung und zivilrechtlicher Deliktshaftung“.

Musterverfahren in Leipzig
Der Kläger hatte vor knapp zwei Jahren Orderschuldverschreibungen der Infinus-Gesellschaft Future Business KG (FuBus) in einer Gesamthöhe von 75.000 Euro gezeichnet. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Dresden am 1. April steht er nun mit leeren Händen da.

Zunächst geht es in dem Leipziger Musterverfahren um die Frage, wer von den fünf Ex-Managern überhaupt für die Prospekte Verantwortung trägt. Zu diesen Vorwürfen sollen die Angeklagten bis Mitte Februar Stellung nehmen.

Foto: © ogressie - Fotolia  

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