Nachschlagewerk für Beamten-Makler

Berater von Robert Krüger-Kassissa

Auch die rund sieben Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst haben eine Versorgungslücke. Fachautor Werner Siepe hat einen neuen Ratgeber zur Vorbereitung auf den Ruhestand zusammengetragen.

„Pension und Rente im öffentlichen Dienst - den sorgenfreien Ruhestand richtig planen“ so lautet der Titel eines neuen Ratgebers der Stiftung Warentest. Landläufig gilt die Meinung, Beamte seien im Ruhestand sowieso bestens versorgt und bräuchten keinen Ratgeber. Das ist jedoch ein Irrtum, den auch schon viele Makler, welche sich auf die Zielgruppe Beamte spezialisiert haben, bemerkt haben.

Autor des Ratgebers ist Werner Siepe. Ein ehemaliger Beamter, welche heute Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu Pensions- und Rentenfragen berät. „Zum Verlieben ist die gesetzliche Rente sicherlich nicht. Doch sie ist eindeutig besser als ihr Ruf, wie aus der von mir verfassten aktuellen Studie ,Gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen für pflichtversicherte Arbeitnehmer`hervorgeht“, sagt Siepe. In manchen Fällen schlage sie die Riester-Rente, Rürup-Rente und die Rente aus der privaten Rentenversicherung.

Der Ratgeber ist aber kein flammendes Plädoyer für die gesetzliche Rente. Zwar erhalten die Angestellten neben der gesetzlichen Rente eine Zusatzrente, doch deren Niveau sinkt seit Jahren. Eine Tendenz, die sich in den nächsten Jahren fortsetzen werde.

Zur Schließung der Rentenlücke sei eine freiwillige betriebliche sowie die private Vorsorge, also die zweite und dritte Säule der Altersversorgung, häufig sinnvoll. Allerdings liegt der Anteil der pflichtversicherten Angestellten, die sich über eine Entgeltumwandlung oder eine betriebliche Riester-Rente zusätzlich freiwillig versichert haben, noch im unteren zweistelligen Bereich. Trotz niedriger Kosten sei die betriebliche Riester-Rente der privaten Riester-Vorsorge unterlegen, denn gesetzlich versicherte Rentner müssen für die private Vorsorge keine Beiträge in die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Für Beamte ab einem Alter von 45 Jahren empfiehlt der Autor die klassische Rentenversicherung. Für Jüngere, ab 30 Jahren, spreche viel für einen Fondssparplan. Für pensionsnahe Beamte, die das 55. oder sogar das 60. Lebensjahr vollendet haben, kann es sich unter Umständen sogar lohnen, regelmäßige freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen.

Das Buch nennt keine konkreten Anlaufstellen, wo die Beamten die vorgestellten Produkte letztlich bekommen. Diese vermeintliche Schwäche kann natürlich für Makler zum Vorteil werden. Für diese eignet sich der Ratgeber als Nachschlagewerk, um in die doch komplexe Welt der Altersversorgung im öffentlichen Dienst einzusteigen.

Foto: © pix4U - Fotolia

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