GKV: Trennkost statt Einheitsbrei

Versicherungen Top News von Christian Hilmes

Die Techniker Krankenkasse (TK), mit 9,2 Millionen Versicherten Deutschlands größter GKV-Anbieter, legt heute vor: Ihr Zusatzbeitrag 2015 beträgt 0,8 Prozent. Nun legen alle Kassen die Karten auf den Tisch - ein Beratungsanlass für Makler.

Die Deutschen suchen nach Möglichkeiten, bei den Kassenbeiträgen zu sparen. Das zeigt eine Auswertung des Verhaltens der Internetnutzer, die innerhalb von zwölf Monaten insgesamt 370.000 Suchanfragen auf der Plattform www.gesetzlichekrankenkassen.de durchführten. Demnach besteht ein großes Interesse an Einsparpotenzialen, die sich bislang zum Beispiel auf Bonusprogramme und Wahltarife zur Beitragsrückerstattung beschränkten.

Künftig fahnden Versicherte im Netz aber wohl auch nach dem günstigsten Gesamtbeitrag, dessen Höhe die Anbieter von 2015 an wieder selbst bestimmen: Der neue Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) setzt sich zusammen aus einem für alle Krankenkassen einheitlichen Basissatz von 14,6 Prozent und einem optionalen Zusatzbeitrag. Letzteren legen die Versicherer je nach ihrer finanziellen Lage fest.



Zusatzbeitrag: 0,9 Prozent im Durchschnitt
Richtgröße für individuellen Zuschlag. Als Richtgröße bei der Festlegung ihrer individuellen Sätze dient den Krankenkassen der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz, der auf Grundlage einer Prognose des Schätzerkreises zur Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der GKV kalkuliert wurde. Die Gesundheitsökonomen berücksichtigten dabei für 2015 geschätzte Einnahmen von 198,3 Milliarden Euro, denen voraussichtliche Ausgaben von 209,5 Milliarden Euro gegenüberstehen.

Im Ergebnis haben die GKV-Schätzer 0,9 Prozent als durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für das kommende Jahr bestimmt. Nicht in diese Rechnung eingegangen sind die finanziellen Reserven der Krankenkassen, die derzeit insgesamt etwa 16 Milliarden Euro betragen. Dieses Geld sollen die Versicherer nach den Vorstellungen von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nutzen, um ihre kassenindividuellen Zusatzbeitragssätze zu drücken.

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Illustration: Roman Kulon