Saure Gurkenzeit für Gherkin-Anleger

Sachwerte von Christian Hilmes

Das wegen seiner Form The Gherkin (englisch für Essiggurke) genannte Büroturm in der Londoner City hat einen neuen Besitzer. Die Privatinvestoren, die ihr Geld in die Top-Immobilie angelegt haben, dürften davon allerdings kaum profitieren.

Joseph Safra (75) ist für sein Understatement bekannt und leistet sich trotz seines vom US-Magazin Forbes auf 15 Milliarden US-Dollar geschätzten Vermögens kaum Extravaganzen. Beim Shopping der besonderen Art hat sich der aus dem Libanon nach Brasilien eingewanderte zweitreichste Banker der Welt jetzt aber etwas Großes gegönnt:

Für 726 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 900 Millionen Euro) habe die von ihm kontrollierte Safra Group das von Star-Architekt Norman Foster gestaltete Gherkin-Gebäude erworben, berichtet die englische Tageszeitung Financial Times.

9.000 IVG-Fondsanleger betroffen
Aufhorchen lässt diese Wirtschaftsmeldung auch die etwa 9.000 Anleger des geschlossenen Immobilienfonds IVG EuroSelect 14. Denn der Fonds sowie die britische Investmentbank Evans Randall hatten vor sieben Jahren die Immobilie für insgesamt 600 Millionen Pfund je zur Hälfte erworben.

Daher stehe dem Fonds nun auch die Hälfte des Verkaufserlöses zu, erklärt der auf Kapitalanlage- und Bankrecht spezialisierte Rechtsanwalt Dietmar Kälberer (Foto rechts) aus Berlin. Doch den wahrscheinlichen Einnahmen von 363 Millionen Pfund stünden Verbindlichkeiten von knapp 300 Millionen Pfund gegenüber.

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Foto: © Hendrik Schwartz – Fotolia; Kanzlei Kälberer & Tittel