Prokon-Insolvenz am Scheideweg

Sachwerte Top News von Christian Hilmes

Die Inhaber von Genussrechten der insolventen Windkraftfirma stehen vor der Wahl, ob sie Eigentümer einer sanierten Prokon werden wollen oder sich lieber auszahlen lassen. So oder so gilt: Der umstrittene Unternehmensgründer ist nicht mehr dabei.

Carsten Rodbertus hat keine Zukunft in der von ihm gegründeten Prokon Regenerative Energien GmbH. Der Insolvenzverwalter des zahlungsunfähigen Unternehmens hat nach eigenen Angaben jetzt die Personalberatung Russell Reynolds mit der Suche nach einer neuen Führungscrew beauftragt. Ziel sei es, „nach Beendigung des Insolvenzverfahrens eine qualifizierte Unternehmensleitung Prokon sicherzustellen.“

Denn so viel ist sicher: Prokon soll ihren Betrieb fortführen - künftig aber nur in den drei Kerngeschäftsfeldern Betriebsführung bestehender Windparks, Projektierung künftiger Windparks und Stromversorgung an Endkunden. Offen ist aber, wie es jetzt für rund 75.000 Anleger weitergeht, die 1,4 Milliarden Euro in Genussrechte des Unternehmens investiert haben und weiterhin auf ihr Geld warten.

Sanierung im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen
„Bei der finanzwirtschaftlichen Sanierung sehen wir noch eine Vielzahl von Herausforderungen“, erklärt Prokon-Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin (Foto links) von der Hamburger Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin. „Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir die Sanierung im ersten Halbjahr 2015 erfolgreich abschließen können.“

Denn der Verkauf von Unternehmensbereichen und Beteiligungen, die nicht zu den drei Kerngeschäftsfeldern des Unternehmens aus dem holsteinischen Itzehoe gehören, verlaufe planmäßig. Verhandelt wird demnach beispielsweise über das Biodieselwerk in Magdeburg, Waldgebiete in Rumänien und die firmenintern entwickelte Windenergieanlage P 3000.

Seite 1: Prokon-Insolvenz am Scheideweg
Seite 2: 2 alternative Sanierungsvarianten


Foto: © gemo1980 - Fotolia; Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft