LVRG: Ringen um das zukünftige Provisionsmodell

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Versicherungsvermittlung ein Beruf mit Zukunft
Dass die Lebensversicherungslandschaft weiter im Wandel ist, zeigten auch die Zukunftsausblicke der Experten. Eine Blitzumfrage unten allen Anwesenden ergab die Vermutung, dass sich in fünf Jahren nur noch 50 bis 60 aktive Versicherungsgesellschaften am deutschen LV-Markt tummeln. Der Vertriebschef der HanseMerkur konnte damit gut leben: „Der Aufkauf von Beständen kann ein Geschäftsmodell für mittelständische Versicherer sein, da sich die Bewertungsparameter in den letzten Jahren erheblich verändert haben.“ Dies führe zu „vernünftigen betriebswirtschaftlichen Konditionen“. Für den Kunden biete das LVRG aber nicht nur Vorteile, rechnet Neumann vor: „In der reinen versicherungstechnischen Kalkulation müssen aufgrund des LVRG Rentenversicherungen um 15 bis 20 Prozent teurer und Berufsunfähigkeitsversicherungen rund 10 Prozent teurer werden.“ Zudem befürchteten die Experten harte Eingriffe des Gesetzgebers, wenn die Branche nicht einheitliche Signale setze. Von einer Deckelung über ein Opting-out bei Förderprodukten bis zu einem Staatsfonds-System mit Entkopplung von Anspar- und Rentenphase sei alles möglich.

Einig war sich die Runde in den Zukunftsaussichten für strukturierte Vertriebe. Nicht jedes heutige Geschäftsmodell werde auch weiterhin bestehen können. Die Organisationen befänden sich allerdings schon in der Struktur-Transformation. In der Qualifizierung liege der Schlüssel, so Bussert. „Wenn wir nicht in der Lage sind, die Beratungsleistungen, die erwartet werden, qualifiziert zu erbringen, sind wir angreifbar.“ Trotz der stetigen Veränderungen und der gewichtigen Einflussnahme des Gesetzgebers sei die Versicherungsvermittlung aber ein Beruf mit Zukunft. Als Vertreter der deutschen Versicherungsmakler ergänzte Jenssen abschließend: „Eine höhere Grundausbildung wäre aber sicherlich hilfreich.“

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