LVRG: Ringen um das zukünftige Provisionsmodell

Versicherungen Top News Bilderstrecken von Karolin Diederich

Außergewöhnlicher Tagungsort für ein bedeutendes Thema in der deutschen Versicherungswirtschaft: „Das LVRG und seine Auswirkungen auf den Vertrieb“ beschäftigte am Montag den Bundesverband der Assekuranzführungskräfte e.V. (VGA) auf Gut Thansen südlich von Hamburg.

Schöne Aussicht für die deutsche Lebensversicherung?
Tagungsort Gut Thansen südlich von Hamburg
 

Eine prominent besetzte Expertenrunde berichtete aus unterschiedlichen Blickwinkeln über den aktuellen Umsetzungsstand und gab einen Ausblick auf die daraus resultierenden Konsequenzen. Durch die Diskussion führte Tilman Freyenhagen, Geschäftsführer des Alsterspree Verlages, in dem unter anderem das Magazin procontra erscheint.

Eric Bussert, Vorstand für Vertrieb und Marketing der HanseMerkur Versicherungsgruppe, bestätigte auch für sein Unternehmen das Ringen um das passende zukünftige Provisionsmodell. Den zeitlichen Horizont der Umsetzung bewertete er allerdings als unkritisch: „Für die HanseMerkur stellt das LVRG keine großen handwerklichen Anforderungen an IT sowie Provisions- und Courtagezusagen, da sind wir bestens aufgestellt. Es handelt sich eher um eine strategische Herausforderung.“ Die gesetzlichen Änderungen wie die Absenkung des Rechnungszinses müssten in die Produktwelten einfließen. Die Senkung der beim Versicherer verbleibenden Risikoüberschüsse wirke sich auch auf den Bestand aus und stelle damit klar einen Eingriff in ein erfolgreiches Geschäftsmodell dar. Der Fokus der HanseMerkur-Aktivitäten liege daher auf Maßnahmen zur Innovationskraft in der Produktentwicklung.  

Differenzierte Provisionsmodelle
Der Geschäftsführer des VOTUM Verbandes, Martin Klein, vertrat in der Runde größere Vertriebe, Pools und Verbünde mit einem hohen Produktionsanteil im Lebensversicherungsgeschäft. Aus den bisher geführten Gesprächen sei abzuleiten, dass in den kommenden Monaten deutlich differenzierte Provisionsmodelle auf die Vermittler zukämen. „Im Gegensatz zu einer Gesellschaft, die ihr Modell ein Mal umstellt, muss ein Pool die neuen, komplexen Regelungen von zig Gesellschaften in die Abrechnungssysteme und Prozesse integrieren, was zu einem erheblichen administrativen Aufwand führt.“ Verbunden mit der zu befürchtenden Senkung der Courtagesätze würde derzeit viel über Kompensationsmöglichkeiten debattiert.  

Das hat auch Ulrich Neumann, Leiter Maklervertrieb der Gothaer und Vizepräsident des VGA, vernommen. „Die Gothaer möchte ihren Geschäftspartnern mehr Zeit für die notwendigen IT-Maßnahmen geben und wird daher die Systeme noch nicht zum 01.01.2015 umstellen.“ Zudem seien die Verhandlungen mit der Ausschließlichkeit auch noch nicht abgeschlossen.

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Unterschiedlichste Modelle in der Übergangsphase
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