LVRG drückt kurzfristig den Gewinn

Versicherungen von Stefan Terliesner

Die Rating-Agentur Moody´s zeigt auf: Die Reform der Lebensversicherung verschlechtert die Bonität der meisten Versicherer. Das genaue Ausmaß hängt vom jeweiligen Geschäftsprofil ab. Am stärksten betroffen sind Zurich, ERGO und AXA.

Das vom Bundestag jüngst verabschiedete Gesetz zur Reform der Lebensversicherung (LVRG) wird sich zunächst nachteilig auf die Bonität der meisten Versicherer auswirken. Das genaue Ausmaß hängt vom Geschäftsprofil der einzelnen Versicherer ab. Zu dieser Einschätzung gelangt die internationale Ratingagentur Moody's Investors Service in ihrer neuesten Studie. Der Bericht mit dem Titel „The German Life Insurance Reform Will Be Credit Negative in the Near Term, But the Impact Will Vary by Insurer” ist im Internet verfügbar.

Laut Pressemitteilung geht Benjamin Serra, Vice President - Senior Credit Officer bei Moody's gehen davon aus, „dass sich die Reform langfristig positiv auf die deutschen Lebensversicherer auswirken wird. Anfänglich werden Umsätze und Gewinne jedoch zurückgehen.“

Die Reform sieht unter anderem vor: 

1.) eine Absenkung des Höchstzillmersatzes für die bilanzielle Anrechnung von Abschlusskosten auf höchstens 2,5 Prozent des Prämienaufkommens;

2.) eine Absenkung des Höchstrechnungszinses („Garantiezinses“) für Neuverträge von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent;

3.) eine Begrenzung der Dividendenausschüttungen an die Aktionäre;

4.) eine Verpflichtung zur stärkeren Beteiligung der Kunden an den Risikoüberschüssen (90 Prozent statt 75 Prozent);

5.) eine geringere Verpflichtung zur Ausschüttung von Bewertungsreserven an ausscheidende Versicherte.

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Foto: © Klaus Eppele

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