„Regeln zum Tarifwechsel machen PKV attraktiver“

Versicherungen von Stefan Terliesner


Central „augenblicklich“ nicht dabei
Mit dem Vorwurf des BdV konfrontiert, sagte ein Pressesprecher der Central Krankenversicherung: „Wir begrüßen und unterstützen die Initiative des PKV-Verbandes ausdrücklich. Kunden, die den Tarif innerhalb einer Gesellschaft wechseln wollen, müssen bestmöglich beraten werden. Es ist wichtig, dass sich die PKV-Branche diesem Ziel gemeinschaftlich verpflichtet. Wir zählen augenblicklich noch nicht zu den Unterzeichnern, weil unter anderem einzelne prozessuale Anforderungen derzeit nicht erfüllt werden können. Unabhängig davon werden wir den Großteil der Empfehlungen im Sinne unserer Kunden bereits jetzt in unserer täglichen Arbeit anwenden.“

Nach Paragraf 204 VVG haben alle privat Krankenversicherten das Recht, in gleichartige Tarife des eigenen Versicherers zu wechseln. Da ein Wechsel für die Gesellschaften jedoch in der Regel mit Beitragseinbußen verbunden ist, wurde dies bislang von vielen Krankenversicherern nur wenig aktiv unterstützt, heißt es in einer Pressemitteilung von Assekurata. Hierfür wurde die Branche des Öfteren kritisiert.

„Mit den Leitlinien der privaten Krankenversicherung für einen transparenten und kundenorientierten Tarifwechsel scheint sich nun etwas zu ändern“, kommentiert Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will. „Im Sinne der Kunden sollen künftig klarere und verbindlichere Regeln für den Tarifwechsel gelten, noch über die gesetzlichen Anforderungen hinaus.“ Beispielsweise wollen die teilnehmenden Unternehmen alle 55 Jahre alten Mitglieder freiwillig auf andere, preiswertere Tarife im eigenen Unternehmen hinweisen, wenn die Beiträge steigen. Der Gesetzgeber verlangt das bisher erst ab dem 60. Lebensjahr.

Spektrum an Tarifalternativen aufzeigen
Laut Assekurata verpflichten sich die teilnehmenden Unternehmen zudem, wechselwilligen Kunden künftig das gesamte Spektrum an Tarifalternativen aufzuzeigen oder geeignete Tarife im Kundeninteresse auszuwählen. Dabei sollen die Auswahl#kriterien und -verfahren durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer testiert werden. „Dies ist nicht trivial, denn bei einem umfangreichen Tarifwerk kann im Einzelfall eine intensive Prüfung notwendig werden“, betont Will. „Bewährt sich diese Vorgehensweise aber in der praktischen Umsetzung, erhält der Kunde so die Gewissheit, dass die Auswahl in seinem Interesse erfolgte und nicht willkürlich von seinem Versicherer zusammengestellt wurde.“

„Positiv ist auch, dass die Unternehmen den Kunden nicht mit einer Information allein lassen wollen, sondern in den Leitlinien explizit eine Beratung vorgesehen ist“, hebt Will hervor. Diese Beratung sollen die Kunden individuell und verständlich über die Vor- und Nachteile des angestrebten Tarifwechsels aufklären. „Damit greift die Branche eine unserer zentralen Forderungen auf. Bei der Beratung sollte nicht nur der Preis, sondern vor allem auch das Thema Leistungsveränderungen, die mit dem Tarifwechsel verbunden sind, im Fokus stehen.“

Die teilnehmenden Unternehmen sind:
Allianz, Alte Oldenburger, AXA, Barmenia, Versicherungskammer Bayer, Concordia, Debeka, Deutscher Ring, DEVK, DKV, Freie Arzt- und Medizinkasse, Gothaer, Hallesche, HUK-Coburg, Inter, Nürnberger, LVM, Versicherer im Raum der Kirchen, VGH, R+V, Signal Iduna, SDK, UKV, Universa, Württembergische

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