Lebensversicherer mamax vom Markt verschwunden

Versicherungen von Christian Hilmes

Die mamax Lebensversicherung ist Geschichte. Die Integration des Unternehmens aus der Mannheimer Versicherungsgruppe in den Münchener Versicherungsverbund Continentale wurde jetzt mit dem Eintrag ins Handelsregister abgeschlossen.

„Die wirtschaftlichen und rechtlichen Belange der Kunden bleiben gewahrt“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Continentale Lebensversicherung AG. Für die Kunden des Direktversicherers wird der Online-Service auf der Kontaktplattform mamax.com weitergeführt. Dort heißt es, dass sich für die Versicherten lediglich der Vertragspartner ändert. „Der Versicherungsschutz bleibt unberührt.“

Der Lebensversicherer mamax, der als Teil der Mannheimer AG Holding bereits seit einem Jahr Teil des Continentale Versicherungsverbundes auf Gegenseitigkeit war, wurde 1999 gegründet. Drei Jahre später wurden die LV-Bestände der durch Aktienspekulationen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Mannheimer auf die Protektor Lebensversicherungs-AG übertragen. Diese freiwillige Auffanggesellschaft führt den Vertragsbestand der Mannheimer Lebensversicherung AG fort. Ende August genehmigte schließlich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die mamax-Verschmelzung.

Run-Off-Welle in Deutschland?
Anfang des Monats hatte die Heidelberger Leben Gruppe den Erwerb des Skandia-Lebensversicherungsgeschäfts abgeschlossen. Nach Expertenmeinung dürften weitere Versicherungsgesellschaften das LV-Neugeschäft endgültig einstellen (Run-Off). Denn mit dem geringeren Höchstrechnungszins, der per Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) von 2015 an auf 1,25 Prozent sinkt, wird der Abschluss einer LV-Police für die Kunden unattraktiver. Darunter dürften die Anbieter durch schwindende Absätze leiden.

Vor einem halben Jahr hatte Bafin-Chefin Elke König angedeutet, dass sieben der etwa 90 Lebensversicherer unter Bundesaufsicht „kein oder kein nennenswertes Neugeschäft mehr zeichnen“ wollen, ohne jedoch konkrete Namen zu nennen. procontra fragte daher bei Gesellschaften nach, die zuletzt relativ geringe Neuzugänge verzeichneten oder deutliche Einbußen im Neugeschäft hinnehmen mussten.

Der procontra LV-Check
Die Continentale, die mit 3,4 Milliarden Euro Beitragseinnahmen zu den großen deutschen Versicherern gehört, war nicht dabei. Die Zahl ihrer Gesamtpolicen beträgt aktuell rund 671.000. Die Münchner vermeldeten im vorigen Jahr einen Rohüberschuss von 132 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt 28,8 Promille, die Solvabilitätsquote 165,0 und die freie RfB-Quote 51,5. Zum Vergleich: Im Marktdurchschnitt sind es 17,6 Promille beziehungsweise die Durchschnittswerte 172,3 und 38,9.

Kosten, Erträge, Finanzstärke, Geschäftsentwicklung - in unserem LV-Check erfahren Sie alles über die deutschen Lebensversicherer und vergleichen Sie potenzielle Anbieter direkt miteinander. Harte Fakten, die Ihren Empfehlungen weitere Objektivität im Beratungsgespräch verleihen. Sämtliche Bilanzkennzahlen basieren auf dem GDV-Standard und der Analyse der Geschäftsberichte der Gesellschaften.



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