Leben oder Nicht-Leben, das ist hier die Frage!

Versicherungen von Anja Brennecke

Produkte zur Funktionalen Invalidität entwickeln sich immer mehr zur Alternative zur BU. Auf Kunden- wie Vermittlerseite. Worauf Makler bei der Produktauswahl achten sollten.

Autorin: Anja Brennecke, Analystin bei [ascore] Das Scoring.

Das Produkt Funktionale Invalidität erfreut sich bei Vermittlern, als auch Kunden immer größerer Beliebtheit. Denn die Zahl derer, die auf Grund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können- oder diese, z.B. bei handwerklichen Berufen, wegen der sehr hohen Beiträge nicht zu zahlen in der Lage sind, steigt stetig an. Vielfach fehlte es jedoch an guten Alternativen, die ein breites Leistungsspektrum bieten und nicht nur, wie z.B. die Dread Disease oder die Grundfähigkeitsversicherung, Teilbereiche abdecken. Wenn dann die Entscheidung schließlich auf die Funktionale Invalidität gefallen ist, steht man immer noch vor der entscheidenden Frage:

Leben oder Sach?
FIV Leben- und FIV Sach-Produkte unterscheiden sich sowohl in Leistung, Umfang als auch Preis. Bei beiden dient die Funktionale Invalidität der Absicherung der dauerhaften Invalidität im Arbeitsleben und kann in der Regel bis zum Endalter 67 abgeschlossen werden. Die Leistungsdauer endet standardmäßig mit dem Ende der Versicherungsdauer, teilweise kann auch eine lebenslange Leistungsdauer angeschlossen werden. Die Leistungsauslöser sind nicht berufsabhängig – auch nicht von der konkreten Ausübung eines Berufes abhängig, sondern anhand medizinischer Kriterien definiert. Diese sind Pflegebedürftigkeit, Grundfähigkeit, Krebs und Organschäden bzw. schwere Krankheiten. Die FIV in der Sachversicherung enthält zusätzlich noch den Baustein „Unfall“.
Aber Achtung: Psychische Erkrankungen, wie z.B. Burn-Out oder Depressionen sind in beiden Bereichen kein Leistungsbestandteil. Der Verlust kognitiver Fähigkeiten wiederum, beispielsweise der Verlust der zeitlichen und räumlichen Orientierung, Gedächtnisverlust oder die längere Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt, gelten jedoch als Leistungsauslöser.

Typische Leistungsbausteine in Leben und Sach:



Leistung
Auch in den Leistungsbereichen, die beide Produktsparten gemeinsam haben gibt es Unterschiede. Einerseits sind die Leistungsarten – Rente oder Einmalzahlung – verschieden, andererseits werden unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe angesetzt, wodurch man im Bereich Leben i.d.R. schneller eine Leistung, z.B. bei Verlust der Grundfähigkeiten, erhält. Hier gelten meist schon 1-2 motorische- oder kognitive Fertigkeiten als Leistungsauslöser, während diese bei den Sach-Tarifen in einem Punktekatalog bewertet sind und die Leistungszahlung erst ab einer bestimmten Punktezahl erfolgt.

Umfang
Während bei Leben-Produkten schwere Krankheiten wie z.B. Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Multiple Sklerose konkret als Leistungsauslöser genannt werden, ist eine solche Leistung bei Sachprodukten von Organschäden abhängig - nur Krebs in den verschiedenen Stadien wird explizit definiert. Doch so einig sich die Sparten beim Leistungsauslöser „Krebs“ sind, so unterschiedlich sind wiederum die Leistungszahlungen. In Leben wird eine Einmalsumme, in Sach meist eine monatliche Rente gezahlt. Die Leistungsdauer der Rente hängt zwar vom Krebsstadium ab, meist endet die Zahlung jedoch nach maximal 60 Monaten. Die Sach-Sparte bietet außerdem auch Leistungen bei Unfallinvalidität sowie eine Gliedertaxe. Pluspunkte sammelt das Sachprodukt auch bei den sogenannten Assistanceleistungen, die man bei den FIV Produkten in Leben nicht findet, wie z.B. Menüservice, Wohnungsreinigung oder Fahrservice.

Flexibilität
Wenn es um die Überbrückungsmöglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten geht, sollte man eher zum Leben-Produkt greifen. Hier ist eine befristete Beitragsfreistellung ohne erneute Gesundheitsprüfung bei Wiederinkraftsetztung o.ä. meist kein Problem. In der Sach-Sparte bieten nur wenige Anbieter so eine Möglichkeit an und auch das lediglich bei Arbeitslosigkeit  und unter bestimmten Voraussetzungen.

Preis
Die Beiträge der Leben-Produkte sind meist höher, dafür jedoch konstant über die Vertragslaufzeit kalkuliert und garantiert, was eine bessere Planungssicherheit bietet.
Die Sach-Produkte sind meist die günstigere Variante. Die Beiträge können hier jedoch während der Laufzeit steigen.

Fazit
Wem langfristig stabile Beiträge, die Kombination aus einer hohen Leistung bei schweren Krankheiten und klare und einfache Leistungsauslöser wichtig sind, sollte sich für ein Produkt aus der Sparte Leben entscheiden. Flexibilitäten wie beispielsweise Beitragspausen runden diese Produktart ab.

Für preissensiblere Kunden, für die auch ein integrierter Unfallschutz wichtig ist, ist ein Sach-Tarif eine gute Wahl. Ein sinnvoller Multi-Risikoschutz in Kombination mit Assistanceleistungen und niedrigen Beiträgen macht dieses Produkt zu einer attraktiven Lösung ohne auf Wichtiges verzichten zu müssen.

Die besten FIV-Produkte im Scoring:
Auch innerhalb der Sparten unterscheiden sich die Produkte. [ascore] Das Scoring hat die Produkte anhand von 75 Kriterien einer detaillierten Analyse unterzogen.






Foto: Anja Brennecke, © [ascore]