„Armutsrisiko Ansporn zu mehr privater Vorsorge“

Versicherungen von Christian Hilmes

„Die Politik muss gegen die zunehmende Resignation beim Thema Altersvorsorge mobil machen“, fordert GDV-Präsident Alexander Erdland. Hintergrund des aktuellen Appells: Weiterhin ist knapp jeder Sechste in Deutschland armutsgefährdet.

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, verfügten im vergangenen Jahr rund 13 Millionen Menschen über weniger als 60 Prozent des mittleren Monatseinkommens der Gesamtbevölkerung. Dieser Schwellenwert für Armutsgefährdung betrug 2013 für Singles 979 Euro und für ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren 2.056 Euro.



Statistisch gesehen gelten damit 16,1 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung blieb damit gegenüber 2012 nahezu unverändert. Und wie bereits in den Vorjahren ist das Risiko, in Armut zu rutschen, bei Frauen höher als bei Männer. Das gilt ausnahmslos für alle Altersgruppen, insbesondere aber bei Senioren.



GDV fordert bessere Rahmenbedingungen

„Die hohe Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland lässt nichts Gutes für die Zukunft erwarten“, kommentiert Erdland (Foto). Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verweist zudem auf eine neue Allensbach-Studie für den GDV, derzufolge sich knapp zwei Drittel der 30- bis 59-Jährigen vor einer Zunahme der Altersarmut fürchten.



„Diese Sorge muss jedoch Ansporn zu mehr privater Vorsorge sein“, so Erdland weiter. „Wichtig ist, dass die Politik die Ängste der Jüngeren ernst nimmt.“ Der GDV fordert, dass der Staat die Vorsorgeanstrengungen der Bürger stärker unterstützen sollte. Denn Umfrageergebnisse des Verbands zeigten, dass zugleich die Bereitschaft zur privaten Vorsorge in der Bevölkerung bereits seit längerem sinkt: Wollten 2001 noch 45 Prozent der Befragten „einiges“ für ihr Alter zurücklegen, sagen dies gut zehn Jahre später nur noch 24 Prozent.

Foto: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft  

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