Wie Kassenpatienten Privatstatus sichern

Versicherungen von Stefan Terliesner


Wie funktioniert die Kostenerstattung?
Entscheidet sich ein Kassenpatient für die Kostenerstattung, tritt er beim Arzt als Privatpatient auf; die Gesundheitskarte muss er nicht vorlegen. Vorher sollte er sicherheitshalber die Zustimmung seiner Kasse einholen. Das erspart womöglich unnötigen Ärger. Engelhard weist aber darauf hin, dass dies nicht notwendig sei. „Nirgendwo im Gesetz ist von einer Zustimmung der Kasse die Rede“, betont er.

Als Privatpatient erhält der Versicherte dann eine Rechnung vom Arzt, die er bei seiner Krankenkasse einreicht. Diese Erstattung erfolgt nach den Vorgaben der Satzung der jeweiligen Kasse. Generell werden die Kosten nur bis zu dem Betrag erstattet, der bei entsprechender Sachleistung der GKV angefallen wäre. Dies sollten die Versicherten unbedingt wissen.

Die Techniker Krankenkasse (TK) weist in einem Informationsblatt für ihre Mitglieder ausdrücklich darauf hin, dass sie „die oft erheblichen Kosten nur teilweise erstatten kann. Der verbleibende Betrag geht zu Ihren Lasten, wenn er nicht über Zusatzversicherungen oder die Beihilfe abgedeckt ist.“ Ein Sprecher der TK erklärt zudem, dass die Höhe der Kostenerstattung immer vom Einzelfall abhänge. „Ein Versicherter, der die Erstattung für Arzneimittel gewählt hat, bekommt im Durchschnitt 80 Prozent der Rechnung erstattet, bei ambulanter Behandlung liegt die Erstattungshöhe maximal bei rund 30 Prozent.“

Bereits diese Ausführungen zeigen, wie verflochten dieses Verfahren und das Erstattungsprozedere ablaufen können. Makler, die sich detailliert mit der Materie beschäftigen, können eine Nische in der Beratung besetzen und durchaus Positives für ihre Mandanten leisten.

Ablauf der Kostenerstattung
So treten gesetzlich Versicherte als Privatpatienten auf:

1. Schriftliche Zustimmung der Krankenkasse einholen

2. Anmeldung in der Arztpraxis als Privatpatient ohne Gesundheitskarte

3. Behandlung und Privatrezepte

4. Patient erhält eine Privatrechnung nach Gebührenordnung

5. Kleine Rechnungsbeträge sofort bezahlen; höhere Rechnungen bei der Kasse einreichen

6. Kasse prüft: 1. Zustimmung; 2. Beitragszahlung; 3. „Kleingedrucktes“ (SGB V)

7. Kasse erstattet einen (Groß-)Teil der Kosten. Rechnung geht mit Vermerk zurück an den Versicherten

8. Rechnung mit Erstattungsvermerk an Restkostenträger weiterleiten

9. Zusatzversicherer prüft: 1. Beitragszahlung; 2. „Kleingedrucktes“ (je nach AVB: Erstattung der Restkosten zu 100 Prozent an Versicherungsnehmer)

10. Spätestens jetzt Bezahlung des Arztes

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