Pflegerisiko schreckt die Deutschen

Berater von Christian Hilmes

Im Alter auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, ist die zweitgrößte Angst der Deutschen. In der Rangliste der Ängste steht die Sorge, Anderen vermeintlich „zur Last zu fallen“, hinter steigenden Lebenshaltungskosten und gleichauf mit Naturkatastrophen.

„Es ist paradox, aber je mehr über die private Pflegeversicherung berichtet wird, desto mehr Angst haben die Menschen davor, im Alter selbst zum Pflegefall zu werden“, erklärt Politologe Dr. Manfred G. Schmidt. Die öffentliche Diskussion über die Pflege mache Vielen erst ihre eigenen Risiken im Alter bewusst, erklärte der Professor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Berater des R+V-Infocenters bei der Vorstellung der Studie „Die Ängste der Deutschen 2014“.

Der Versicherer aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken gibt die R+V-Langzeitstudie bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in Auftrag. Der aktuelle Angstindex, der den Durchschnitt aller langjährig abgefragten Ängste angibt, liegt jetzt auf den niedrigsten Wert seit 20 Jahren. Insbesondere seien die Deutschen aktuell sehr optimistisch hinsichtlich der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung und der Gefahr von Arbeitslosigkeit.

Das Pflegerisiko im Alter gewinnt jedoch an Bedeutung: Im vorigen Jahr rangierte diese Angst noch auf dem dritten Platz. Der R+V-Studie zufolge sind Frauen sind in dieser Frage mit einem Anteil von 58 Prozent wesentlich besorgter als Männer (45 Prozent). „Frauen haben aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung ein viel größeres Pflegerisiko“, sagt Rita Jakli, Leiterin des R+V-Infocenters, auf der heutigen Pressekonferenz in Berlin. „Außerdem tragen sie bei der häuslichen Pflege in der Regel die Hauptlast und wissen deshalb, wie nervenaufreibend und kostspielig die Situation ist.“ 

Demenz im Alter betrifft bereits etwa jeden Dritten. Was das bedeutet, stellt der folgende Film der Deutschen Familienversicherung dar:
Video: Alsterspree Verlag auf Youtube
Fotos: © Gina Sanders - Fotolia.com, R+V