Infektionsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Versicherungen von Ellen Ludwig

In der allgemeinen Definition einer BU liegt Berufsunfähigkeit vor, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Was passiert jedoch, wenn man seiner Arbeit nicht mehr nachgehen darf?

Laut §31 IfSG können bei vielen Berufen Tätigkeitsverbote verhängt werden, wenn durch eine Infektion ein Ansteckungsrisiko besteht. So ein Fall ist in der BU-Versicherung nur über eine entsprechende Infektionsklausel mitversichert. Diese Klauseln sind jedoch, wie sich im aktuellen Einkommenssicherungs-Scoring zeigt, sehr unterschiedlich ausgestaltet (siehe nachfolgende Tabelle).


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Infektionsklausel für Ärzte und medizinische/pflegerische Berufe
Es gibt Tarife, die decken absolut kein Infektionsrisiko ab, diese sind aber eher die Ausnahme. Die Standard-Infektionsklausel deckt das Risiko für Human- und Zahnmediziner ab. Diese werden in einigen Bedingungswerken noch auf Veterinärmediziner und/oder Medizinstudenten erweitert. Sucht man jedoch als Krankenschwester, Hebamme oder Apotheker einen entsprechenden Schutz, muss man schon genauer hinsehen.

Infektionsklausel ohne Einschränkung auf bestimmte Berufe
Eine Infektionsklausel ohne Einschränkung der Berufe bieten nur wenige Versicherer an.  Dabei ist dies gerade für Personen in der Gastronomie, Erzieher oder Stewardessen von Bedeutung, da sie sonst im Falle eines Falles ohne Einkommen dastehen.

Man kann sich natürlich fragen, ob eine Infektionsklausel überhaupt notwendig ist, da es bisher kaum Leistungsfälle auf Grund von Infektionen gab. Jedoch gibt es diese Klausel auch erst seit ein paar Jahren und ist in den meisten Fällen auch nicht auf alle Berufe ausgeweitet. Auf konkrete Nachfrage bei Versicherern, gab es jedoch bereits konkrete Fälle.

Es bleibt also abzuwarten ob eine umfassende Infektionsklausel in der Praxis einen unverzichtbaren Teil einer BU darstellt oder doch nur wirksames Marketing ist.

Foto: Ellen Ludwig, © [ascore]

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