Große Leistungsunterschiede in der PKV

Versicherungen Top News von Stefan Terliesner

Neues Rating von Morgen & Morgen soll Makler bei der Tarifauswahl helfen. Genaues Hinsehen lohnt. Einige wenige Tarife erreichen nicht einmal den Mindeststandard.

In der Privaten Krankenvollversicherung (PKV) sind die Leistungsunterschiede zwischen den über 2.700 am Markt verfügbaren Tarifkombinationen „beachtlich – genaues Hinsehen lohnt“. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Morgen & Morgen hervor. Auf Anfrage nannte ein Sprecher die besten Anbieter mit mindestens einem 5-Sterne-Tarif. Dies sind: AXA/DBV, Barmenia, Hallesche, Inter, Mannheimer sowie R+V.

Bedingungswerke im Fokus
Wie das Analysehaus zudem mitteilte, habe die Diskussion um „Billigtarife“ die Öffentlichkeit in der Vergangenheit beschäftigt. Für den einzelnen Versicherungsnehmer stelle sich bei der Wahl des Krankenvollversicherungstarifs neben den offensichtlichen Prämienunterschieden unweigerlich die Frage, bei welchem Tarif er die besten Leistungen erhält. Allein die komplexen Versicherungsbedingungen seien Grund genug für die Versicherungsexperten, die PKV-Vollversicherungstarife genau zu analysieren und letztlich einem Rating zu unterziehen, das den Fokus auf die Bedingungswerke der Tarife richtet.

Gute Tarife leisten viel
Das M&M-Rating PKV-Vollversicherung bestehe aus 60 Leistungsfragen, die für jeden einzelnen Tarif bzw. jede Tarifkombination anhand der Versicherungsbedingungen beantwortet werden. Hierbei hätten die Analysten besonders auf jene zentralen Leistungen Wert gelegt, die Kunden von Privaten Krankenversicherungstarifen erwarten. Beispielsweise leiste ein guter Tarif über die Höchstsätze hinaus, sowohl im ambulanten und stationären Bereich als auch bei Zahnleistungen. Weiterhin sollte im Krankenhaus die Chefarztbehandlung und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer bezahlt werden, meint Morgen & Morgen. Auch die zentralen Zahnleistungen für Zahnersatz sowie Inlays und Implantate erbringe ein Tarif mit fünf Sternen ohne wesentliche Einschränkungen.

Mindeststandards werden nicht immer erfüllt
Im Vergleich zur Gesetzlichen Krankenversicherung werde die PKV immer wieder kritisiert. Aus dieser Diskussion seien die die vom PKV-Verband vorgeschlagenen „Mindeststandards“ entstanden, also Leistungen, die ein PKV-Tarif unbedingt erfüllen sollte. Auch diese Kriterien spiegeln sich im Rating wider, berichtet das Analysehaus. Um ein gutes Ratingergebnis zu erzielen, müsse ein Tarif die Mindeststandards erfüllen, d. h. über einen offenen Hilfsmittelkatalog verfügen sowie für Psychotherapie und Entziehungsmaßnahmen zahlen. Es sei umso erstaunlicher, dass es einige wenige Tarife gibt, die trotz der öffentlichen Diskussion, die einzelne Standards nicht erfüllen.

Jeder Versicherer biete eine Vielzahl von Tarifen und Tarifkombinationen an und verfügt über Top-Tarife und über günstigere Tarife, die im Gegenzug auch geringere Leistungen erbringen. Dies spiegele sich auch in den Rating-Bewertungen wider: Kein Versicherer erreiche mit allen Tarifen die gleiche Wertung. Es sei daher wichtig, dass der Tarif, den man abschließt, zu den eigenen Bedürfnissen passt. „Nicht nur der Preis, sondern vor allem der Leistungsumfang sollte eine entscheidende Rolle bei der Tarifauswahl spielen“, wird Joachim Geiberger, Inhaber und Geschäftsführer von Morgen & Morgen in der Pressemitteilung zitiert.

Hilfsmittel für Makler
Mit dem neuen M&M-Rating PKV-Vollversicherung könnten Makler Endkunden vereinfacht darlegen, in welchem Umfang Krankenversicherungstarife leisten. „Das Ergebnis des Ratings regt dazu an, sich im Hinblick auf die richtige Wahl der Krankenversicherung professionell beraten zu lassen, da wir festgestellt haben, dass es erhebliche Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Tarifen gibt“, so Geiberger.

Foto: © Coloures-pic

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