Versicherer plagen Nachwuchssorgen

Versicherungen von Christian Hilmes

Der Wettbewerb um junge Talente wird sich verschärfen, erwartet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Aus Anlass des vielfach im August beginnenden Ausbildungsjahres wagen die Versicherer einen Ausblick auf das Jahr 2025.

In einem Jahrzehnt dürfte die Zahl der Schulabgänger ohne Studienberechtigung vor allem durch die demographische Entwicklung um knapp 20 Prozent sinken. Das bedeutet nach GDV-Angaben, dass sich die Unternehmen intensiver mit der Nachwuchsgewinnung beschäftigen müssen. Gefragt seien „innovative Konzepte, um junge Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden“.

Ein erster Schritt in diese Richtung sind die Assekuranzen bereits gegangen, berichtet Michael Gold, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen (AGV). Die Versicherer bieten demnach vermehrt duale Studienplätze an. Das Potenzial sei groß: Von den Auszubildenden, die nach Ende der Lehre nicht beim Versicherer bleiben, drückt knapp jeder Fünfte im Anschluss wieder die Schulbank oder geht studieren.

Hohe Azubi-Quote, überdurchschnittlicher Verdienst
Aktuell sieht es bei den Ausbildungsbetrieben noch entspannt aus: Von den schätzungsweise eine halbe Million Neu-Azubis dieses Jahres starten etwa 4.300 ihre Karriere in der Versicherungswirtschaft. Sie machen rund 6 Prozent der insgesamt 212.700 Beschäftigen in den Versicherungsgesellschaften aus. Inklusive der Versicherungsagenturen sind es sogar mehr als 7 Prozent. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert für alle Branchen lag 2012 bei 5,6 Prozent.

Etwa 95 Prozent der Auszubildenden erlernen den Beruf „Kaufmann beziehungsweise die Kauffrau für Versicherungen und Finanzen“. Auf jede Stelle kamen laut AGV rund 20 Bewerber. Attraktiv wirke unter anderem die im Branchenvergleich überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten auf die Jugendlichen. Doch knapp 7 Prozent der angebotenen Lehrstellen blieben zuletzt unbesetzt. Das liegt laut Gold „vor allem an der fehlenden Eignung einiger Bewerber“. Mehr als 70 Prozent der Assekuranz-Azubis hat das Abitur.

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