Ökofonds mit teurer weißer Weste

Investmentfonds von Stefan Terliesner, Matthias Hundt

 
Keine Waffen 
Gemäß den Anforderungen der Verbraucherschützer dürfen die untersuchten Anlagevehikel keine Investitionen in Waffen, Atomenergie, Gentechnik und Erdöl sowie weitere prekäre Geschäftsfelder wie Agra-Gentechnik, Fracking, Glücksspiel oder Pornografie tätigen.

Laut Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Bremen wurden 34 Aktienfonds und 12 Rentenfonds untersucht. Von letzteren seien zwei Staatsanleihenfonds. Sie seien in der Ergebniszusammenfassung nicht berücksichtigt worden:

* 39 von 44 untersuchten Investmentfonds, die in Unternehmensaktien oder -anleihen investieren, schließen nicht die klimaschädliche Kohle- und Ölindustrie aus.

* Sieben der nachhaltigen Investmentfonds garantieren nicht, dass kein Geld mit Investitionen in Kriegsgerät wie Panzer oder Waffen verdient wird.

* Fünf der getesteten Fonds lehnen Kinderarbeit nicht explizit ab.

Anleger sollten sich informieren
Dass nur ein Aktienfonds bei Investitionen alle kontroversen Geschäftsfelder konsequent meidet, kommentiert Ulrike Brendel von der Verbraucherzentrale Bremen in der Pressemitteilung so: „Nachhaltig ist nicht gleich nachhaltig.“ Bei den untersuchten Fonds gebe es große Unterschiede hinsichtlich der Ausschlusskriterien. „Enttäuscht hat uns vor allem, dass bei vielen der Klimaschutz nicht ausreichend berücksichtig wird.“

Ölkonzerne beispielsweise würden von Fondsmanagern ethisch-ökologischer Investmentfonds immer noch als Investition ausgewählt. Firmen, die die international geächteten Waffengattungen Antipersonenminen und Streumunition herstellen, seien hingegen im Investitionsportfolio aller untersuchten Fonds nicht zu finden.

„Wer sein Geld in ethisch-ökologische Fonds stecken will, sollte sich vorab sehr genau informieren“, rät Brendel. „Doch das ist nicht so einfach, denn zahlreiche Fonds haben hinsichtlich ihrer Informationen zum Nachhaltigkeitsansatz noch großen Nachholbedarf.“ Nur 13 Fonds attestieren die Bremer Verbraucherschützer eine sehr hohe oder hohe Transparenz. Nahezu die Hälfte kommuniziere die Nachhaltigkeit ihrer Investitionen eher schlecht. 

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