„Generali verstößt gegen GDV-Kodex“

Versicherungen Berater von Christian Hilmes

Der Versicherer Generali verhält sich nicht so, wie es der Verhaltenskodex der Deutschen Versicherungswirtschaft verlangt. Das sagt Michael Otto vom Vorstand der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM).

„Ich streite mich schon seit fünf Monaten mit der Generali“, berichtet Otto, Versicherungsmakler aus Isernhagen, gegenüber procontra. Dabei geht es um Schreiben des Versicherers an Bestandskunden. Darin erwecke die Gesellschaft den Eindruck, dass auch für die älteren Verträge der Altkunden die Regelungen des neuen Versicherungsvertragsgesetzes gelten würden. 

Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, dass der Versicherer einen Vertrag innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme fristlos kündigen kann. Bedingung dafür ist, dass der Kunde vor Eintritt des Versicherungsfalles eine Obliegenheit vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt hat. Ottos Kritik: Die Generali schicke diese Post auch Kunden, deren vor 2008 auch abgeschlossenen Policen gar nicht vom neuen Gesetz betroffen sind.

„Grobe Irreführung“
„Das ist eine grobe Irreführung, die den Kunden im Schadenfall schlechter stellen könnte“, erklärte Otto gegenüber der Redaktion von portfolio International. Bis November 2008 hätten die Versicherer die Vertragsbedingungen der Bestandskunden anpassen können. „Die Generali hat diese Frist ungenutzt verstreichen lassen .“ Die Konsequenz: Eine nicht vorsätzliche Verletzung vertraglicher Obliegenheiten durch den Kunden bleibt ohne Sanktion für den Kunden.

Dass der Versicherer jetzt den Eindruck vermittelt, dass die Regelungen für Neuverträge auch für die knapp 300 Verträge von Ottos Bestandskunden gelte, verstößt für den Versicherungsmakler gegen „so ziemlich jeden Grundsatz im GDV-Verhaltenskodex“. Genau diese Verhaltensregeln fordere die Generali von unabhängigen Versicherungsmaklern jedoch ein.

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Foto: Michael Otto