Die beste Alternative zur BU

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Richtwert für die Absicherungshöhe 
Als Richtwert für die Absicherungshöhe gelten 80 bis 100 Prozent des letzten Nettogehalts. Die Beiträge sind jedoch wesentlich günstiger als bei einer BU. „Bei Vorerkrankungen wie Allergien, Haut- und psychischen Erkrankungen sind deutlich bessere und günstigere Annahmemöglichkeiten gegeben. Vielen Kunden kann mit der FIV ein echtes Alternativangebot zur BU unterbreitet werden“, sagt Stefan Wittmann, Abteilungsdirektor Leben Antrag und Leistung bei der Deutschen Rückversicherung.

Die Lebensversicherer konzipieren das Produkt anders als die Kompositversicherer. Die Allianz kam 2011 mit der Körperschutzpolice als erster Lebensversicherer im FIV-Segment auf den Markt. Mittlerweile haben auch die Nürnberger (HandwerkerSchutz), Cardea (LifeSafetyFirst), Targo (Existenzschutz) und der Volkswohl Bund (€xistenz) FIV-Policen aufgelegt. Die Produkte der Lebensversicherer umfassen ebenfalls eine Pflege- und Grundfähigkeitsrente, jedoch meist keine Unfallrente. Statt der Module Organrente und Krebsrente enthalten sie einen Dread-Disease-Schutz. Dieser Baustein gewährt bei Eintritt einer von meist fünf bis sieben vorab definierten schweren Krankheiten eine einmalige Kapitalleistung, die in der Regel in der Höhe einer Jahresrente liegt.

„Es gibt viel mehr folgenreiche Krankheiten, die zu schweren körperlichen Schäden führen, als in den Bedingungen für diese Deckung typischerweise niedergelegt sind“, weiß Nicola-Alexander Sittaro. Der Geschäftsführer des Versicherungsmedizinischen Service Hannover hält den Dread-Disease-Baustein für einen Schwachpunkt des FIV- Konzepts der Lebensversicherer, zumal die Kapitalleistung in Höhe einer Jahresrente meist auch nicht ausreicht, um die Beeinträchtigung finanziell auszugleichen. Der Leistungsumfang der Organrente in den FIV-Konzepten der Kompositversicherer sei somit deutlich umfangreicher.

Allerdings ist die versicherungsmathematische Kalkulation einer Organrente in der FIV deutlich anspruchsvoller als die Einmalzahlung einer Dread-Disease-Deckung. „In den Rechnungsgrundlagen der FIV müssen die Versicherer an verschiedenen Stellen Neuland betreten“, so Andreas Seyboth, Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften ifa. Historische Schadenserfahrungen liegen nicht vor, denn FIV-Produkte sind erst wenige Jahre auf dem Markt und in den Anfangsjahren eines Vertrags treten vergleichsweise geringe Schadenszahlen auf. Mangels vergleichbarer Produkte kann man auch nicht auf Erfahrungen aus dem Ausland zurückgreifen.



Die Branche behilft sich mit der Einschätzung medizinisch-epidemiologischer Experten. „Die Herleitung medizinisch fundierter und aktuariell angemessener Rechnungsgrundlagen für die FIV ist zwar eine Herausforderung, aber keine unlösbare Aufgabe“, sind sich Sittaro und Seyboth sicher.

Die Produktklasse gewinnt im Markt und bei Vermittlern immer mehr an Bedeutung und gilt als eine der besten Alternativen, falls eine BU-Versicherung nicht infrage kommt. ascore, Softfair, Franke und Bornberg und Morgen & Morgen sowie Witte Financial Services bieten umfassende Ratings und Marktübersichten an. 

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