BCA kontert: „Keine unqualifizierten Berater“

Berater Top News von Christian Hilmes

Schlicht und einfach falsch sei die Behauptung, dass für das BCA-Haftungsdach Berater tätig sind, „die nicht über die gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation verfügen“. Das entgegnet die Finanzgruppe auf Vorwürfe in einem Artikel der Wirtschaftswoche.

Unter dem Titel „Noch schnell unters Dach gerettet“ äußert das Wirtschaftsmagazin in seiner aktuellen Ausgabe den Verdacht, dass die Bank für Vermögen (BfV) aus der BCA-Gruppe „Anlageberater mit mangelhafter Qualifikation zulässt“. Das wäre ein Gesetzesverstoß, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mit dem Entzug der KWG-Lizenz geahndet werden könnte.

Doch die rechtliche Grundlage für die gesetzlich vorgeschriebene Sachkunde der Berater, die auch „in anderer geeigneter Weise“ nachgewiesen werden kann, ist sehr schwammig. Die Schlussfolgerung der Wirtschaftswoche (Wiwo), dass unzufriedene Kunden ihre Verträge jetzt leicht rückabwickeln könnten, ist damit fraglich.

BfV-Vorstand setzt auf Weiterbildung
„Sämtliche unter dem Haftungsdach der Bank für Vermögen tätigen Berater unterliegen traditionell einer engen Kontrolle in Bezug auf die anleger- und anlagegerechte Beratung im Einzelfall“, erklären die beiden BfV-Vorstände Dr. Frank Ulbricht und Oliver Lang (Foto) in einer Stellungnahme. Es gebe regelmäßige Kontrollbesuche der Compliance-Abteilung, des Wirtschaftsprüfers und der internen Revision.

Die Berater seien zudem verpflichtet, mindestens einmal im Jahr an einer „umfassenden Haftungsdachschulung“ teilzunehmen. Freiwillige Weiterbildungskurse biete die Bank aus Oberursel zudem die hauseigene Akademie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Makler Akademie und der Frankfurt School of Finance.

Bezug auf Zitate aus dem Jahr 2012
Außerdem kritisieren die BfV-Vorstände, dass in dem aktuell erschienen Wiwo-Artikel Zitate des BfV-Generalbevollmächtigten Jörg Strobel aus dem Zusammenhang gerissen wurden: „Sie sind sinnentstellend.“ Im August 2012 wandte er sich an jeden Finanzvermittler, der „sich nicht gerade auf dem Höchststand seiner Qualifizierung befindet“.

Diese Berater mit vermeintlichen Defiziten sollten sich Strobel zufolge bis zum 1. November 2012 einem Haftungsdach anschließen. Seit diesem Stichtag galt nämlich die berufliche Qualifikation als wesentliches Zugangskriterium. Doch die BfV-Vorstände Ulbricht und Lang verweisen auch auf den Schluss des Artikels in der Zeitschrift KURS. Dort betont Strobel, dass Vermittler bei einem Haftungsdach mit Weiterbilungsangeboten notwendige „Grund-Qualifikationsanforderungen und Sachkunde 'von der Pike auf' erwerben“ könnten. Das entkräfte den Wiwo-Vorwurf, widerrechtlich schlecht qualifizierte Berater zu tolerieren.

Foto: BCA AG