Makler vs. Portal – wer lacht zuletzt?

Berater Thema Sachversicherungen von procontra Thema


Wie werden sich Portale weiterentwickeln?
Wird es bald mehr Möglichkeiten für die noch sehr begrenzten m-Commerce- und Online-Vertragsabschlüsse geben? Tenor der Experten: Der Fortschritt wird kommen, aber offensichtlich hapert es noch an der Technik.

„Es gibt viele Schwächen, insbesondere Medienbrüche durch mangelnde Schnittstellen sind ein Problem“, sagt Martin Kinadeter. Der Inhaber des Versicherungssoftwareportals (VSP) beobachtet den Markt seit zehn Jahren: „Wenn ein Portal Ihnen ein PDF als Antrag generiert, das dann erst ausgedruckt und womöglich gefaxt werden muss, ist das nicht mehr zeitgemäß.“

Kinadeter nennt weitere strategische Fehler: „Manche Portale verhandeln so scharf mit den Versicherern, dass diese nicht bereit sind, ihre Tarife zu listen.“ Dies führt zu mangelnder Relevanz des Online-Portals. Ein weiteres Problem: Statt auf eine laufende Courtage zu setzen, was betriebswirtschaftlich sinnvoller wäre, wird eine vermeintlich hohe Einmalprämie präferiert.

Stärke der Makler nutzen
Der freie Vermittler muss demnach derzeit keine Angst um seine Positionierung im Markt haben; dennoch wäre es ein Fehler, die Portale zu unterschätzen, denn die Digitalisierung schreitet voran. Zukunftsforscher wie Sven Gábor Jánszky erwarten, dass im Jahr 2020 viele Verbraucher über einen digitalen Assistenten auf ihrem Smartphone verfügen, der seinen Besitzer und seine Lebenssituation gut kennt und passende situative Vorschläge macht – auch zum Versicherungsschutz.

„Es wird dann weniger Makler als heute geben. Diejenigen, die bleiben, werden aber besseres Geschäft machen, wenn sie Prozesse und Produkte mit der Logik des digitalen Handels verbinden“, so Jánszky. Laut dem Direktor des 2b Ahead ThinkTanks hat ein Makler gute Karten, wenn er seine Leistungen über Online-Portale transparent macht und die Macht über die Kundendaten behält. So könnten Makler etwa eigene elektronische Risikoassistenten entwickeln, die dann unter ihrer Marke auf die Smartphone-Displays ihrer Kunden gebracht werden.

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