Durchsuchungen bei Debeka-Mitarbeitern

Versicherungen Top News von Markus Rieksmeier

Die Ermittlungen in Sachen Debeka gehen weiter. An diesem Mittwoch wurden in mehreren Bundesländern Büro- und Privaträume durchsucht und Ermittlungsverfahren gegen neun Beschäftigte eingeleitet.

Bei den betreffenden Personen werde ermittelt, ob diese Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bestochen haben, um an Dienstgeheimnisse zu gelangen. Damit einher gehe die Prüfung von Datenschutzverstößen. Dies berichtet an diesem Mittwoch der Südwestrundfunk (SWR). Demnach werde auch gegen fünf Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ermittelt. Der Sender beruft sich auf die zuständige Staatsanwaltschaft Koblenz.

Die Staatsanwaltschaft habe mitgeteilt, bei den Behörden-Mitarbeiter bestehe der Anfangsverdacht, „dass sie den Debeka-Mitarbeitern Namen und weitere persönliche Daten von Personen mitgeteilt haben“. Dabei sei es vor allem um Berufsanfänger im Öffentlichen Dienst gegangen, eine bevorzugte Klientel für Versicherungsabschlüsse. Laut SWR haben an diesem Mittwoch 116 Beamte in 24 Büro- und Privatgebäude Durchsuchungen vorgenommen. Dies in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Saarland.

Debeka Zentrale nicht betroffen
In der Koblenzer Zentrale der Debeka habe es keine Durchsuchungen gegeben. Zu dem Vorgang äußerte sich ein Sprecher des Unternehmens gegenüber procontra: “Die heutigen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft sind Teil eines Ermittlungsverfahrens, das seit November 2013 läuft und das bereits hinlänglich öffentlich bekannt ist. Wir haben die Staatsanwaltschaft dabei von Beginn an umfassend aktiv unterstützt und wir tun das auch weiterhin. Wir haben ein hohes eigenes Interesse an der Aufklärung der Vorwürfe“.

Die Ermittlungen der Strafverfolgungs-Behörden, aber auch des rheinland-pfälzischen Datenschützers, waren im vergangenen Herbst ins Rollen gekommen. Seitdem stehen Mitarbeiter des Versicherers im Verdacht, illegal mit Adressen, vor allem junger Beamtenanwärter, gehandelt zu haben. Verkäufer dieser Adressen sollen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes gewesen sein. Beim Landesdatenschutzbeauftragten von Rheinland-Pfalz laufen derzeit noch Ordnungswidrigkeits-Verfahren gegen das Unternehmen sowie Mitglieder des Vorstandes.

Foto: Debeka Hauptverwaltung, © Debeka

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare