BU-Police wird teurer

Versicherungen von Stefan Terliesner

Wegen der Absenkung des Höchstrechnungszinses ab 2015 steigen die Beiträge um bis zu 7 Prozent.

Die mit dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) beschlossene Senkung des Höchstrechnungszinses, oft auch „Garantiezins“ genannt, zum 1. Januar 2015 hat auch Auswirkungen auf die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU). Musterrechnungen von MLP haben ergeben, dass die Prämien je nach Altersgruppe und Absicherungszeitraum in der Spitze um fast 7 Prozent steigen werden. Dabei gilt: Je länger der Versicherungszeitraum ist, umso höher fällt die Beitragssteigerung aus. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Finanzdienstleisters hervor.

Laut MLP müsse ein 25-Jähriger für den Abschluss einer selbständigen BU (SBU) mit einer versicherten BU-Rente von 1.000 Euro im Monat und einem Endalter von 67 Jahren mit einer Beitragssteigerung von 6,7 Prozent rechnen gegenüber einem Vertragsabschluss im Jahr 2014. Bei einem 35-Jährigen erhöhe sich der monatliche Beitrag um 4,8 Prozent bei gleichen Vertragsbedingungen. Wird der Vertragsumfang erhöht - beispielsweise mit einer garantierten jährlichen Rentensteigerung um 3 Prozent im Leistungsfall - falle das Beitragsplus noch höher aus (siehe Tabelle unten). Die Berechnung betrachte allein die Auswirkungen der Garantiezinssenkung.

Steigerung der BU-Prämie

Standard SBUSBU mit garantierter Rentensteigerung von 3 Prozent
Eintrittsalter  Steigerung in %Steigerung in %
256,76,9
305,75,9
354,84,9
452,93,0

Annahmen: Vertragsabschluss ab 2015, Standard: Rechnungszins aktuell = 1,75 Prozent; Rechnungszins ab 1.1.2015 = 1,25 Prozent; Endalter = 67;  garantierte Rentensteigerung = 0 Prozent; 50 Prozent Männeranteil; marktübliche Kosten
Quelle: MLP

Die Ursache für die große Beitragssteigerung liege darin, dass die Versicherer für den Fall der Berufsunfähigkeit ein Finanzpolster in Höhe der voraussichtlichen Leistungen aufbauen. Dieser Kapitalstock werde mit dem Garantiezins verzinst - je niedriger die Verzinsung, desto höher der Beitrag. „Die mit dem LVRG auf den Weg gebrachte Garantiezinssenkung wird Auswirkungen auf die Kosten von BU-Versicherungen haben - selbst bei marktbedingt gegenläufigen Tendenzen", sagt Christian Ball, Finanzmathematiker und Aktuar beim Beratungshaus MLP.

Zugleich betont der Finanzdienstleister, dass in Deutschland das Risiko einer Berufsunfähigkeit immer noch unterschätzt werde: 25 Prozent müssten ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben; häufigste Erkrankungen seien dabei Rückenleiden und psychische Erkrankungen. Nach 1961 Geborene erhielten im BU-Fall allenfalls eine minimale staatliche Unterstützung durch die Erwerbsminderungsrente.

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