Versicherer müssen auf billigere Anbieter hinweisen

Versicherungen von Christian Hilmes

Unzufriedenen Kassenpatienten wird der Wechsel der Krankenversicherung einfacher gemacht: Sie sollen Hinweise auf günstigere GKV-Anbieter künftig in der Post ihrer eigenen Versicherungsgesellschaft finden. Dagegen wehren sich jetzt die Versicherer.

Kassenpatienten müssen etwa doppelt so lange auf einen Termin beim Facharzt warten wie Privatversicherte, ergaben Testanrufe der Frankfurter Allgemeinen  Sonntagszeitung. Damit bestätigt sich ein weit verbreitetes Vorurteil, dass die Attraktivität des gesetzlichen Kassenwesens schmälert.

Die freie Wahl, in die private Krankenversicherung zu wechseln, haben aber nicht alle Arbeitnehmer. GKV-Kunden, die mit ihrer Kasse unzufrieden sind, finden Informationen über günstigere Anbieter künftig in der Post ihrer eigenen Versicherung. Das ist Teil des in der vorigen Woche beschlossenen GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetzes. 

Beitragssatz sinkt auf 14,6 Prozent 
Wichtigste Neuerung des so genannten GKV-FQWG ist, dass der allgemeine GKV-Beitragssatz im kommenden Jahr von derzeit 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent abgesenkt wird. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen ihn jeweils zur Hälfte. Statt des mitgliederbezogenen Beitragssatzanteils von 0,9 Prozentpunkten können die Krankenkassen künftig einkommensabhängig Zusatzbeiträge erheben.  

Das Ziel: Die Beitragsautonomie der Krankenkassen soll dadurch gestärkt werden. Wenn Zusatzbeiträge erhoben oder erhöht werden, hat der Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Das soll die Krankenkassen motivieren, gut zu wirtschaften, um ihre Zusatzbeiträge möglichst gering zu halten. 

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Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com
 

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