Pflichtversicherung gegen Elementarschäden vertagt

Versicherungen Top News von Christian Hilmes

Sturm, Hagel, Hochwasser … Elementarschäden verursachen hohe Kosten. Diese Risiken abzusichern, bleibt vorerst jedem freigestellt. Die Justizminister der Bundesländer haben auf ihrer aktuellen Konferenz keine Pflicht zur Versicherung beschlossen.

Auch andere Lösungsmöglichkeiten sollen jetzt von einer Arbeitsgruppe von Vertretern des Bundes und der Länder Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen geprüft werden. Nordrhein-Westfalen, das am diesjährigen Pfingstwochenende vom Unwetter Ela heimgesucht wurde, ist nicht dabei.

„Es muss eine Lösung gefunden werden, die keine Seite zu stark belastet“, sagte Thüringens Justizminister Dr. Holger Poppenhäger (Foto, SPD) auf procontra-Anfrage. Es gehe ums Geld – darum, wie die Kosten auf Staat, Bürger und Versicherer verteilt werden: „Das Risiko kann nicht vollständig privatisiert werden, es darf aber auch nicht einseitig auf den Staat verlagert werden.“ 

Lösung im Konsens 
Wichtig sei, dass am Ende eine „konsensuale Lösung erreicht“, so der Landesminister weiter. Die von ihm geführten Erfurter Beamten sind an der Ausarbeitung des neuen Vorschlags maßgeblich beteiligt, Thüringen gehört zu den Vorsitz-Ländern der Arbeitsgruppe. Poppenhäger: „Wir wollen im Herbst ein Modell präsentieren, das von allen Beteiligten getragen werden kann.“

Deutschlands Versicherer sollen in die neuen Gespräche zwar einbezogen werden. SPD-Minister Poppenhäger äußert sich aber unzufrieden über die bisherige Hauptforderung des Versichererverbands GDV: „Die von der deutschen Versicherungswirtschaft vorgeschlagenen Informationskampagnen können hilfreich sein, aber mit reinen Informationskampagnen ohne eine konkrete Verbesserung des Versicherungsschutzes lösen wir die Probleme der Menschen nicht.“ 


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Foto: © Oleksiy Drachenko - Fotolia.com, Thüringer Justizministerium